Verdi fürchtet „Katastrophe“ bei Krankenhaus-Versorgung

Verdi fürchtet „Katastrophe“ bei Krankenhaus-Versorgung

Die Gewerkschaft Verdi sieht jedes zweite Krankenhaus im Saarland wegen wirtschaftlicher Probleme in Gefahr. „Wir laufen mit sehendem Auge in die Katastrophe“, erklärte Gewerkschaftssekretär Michael Quetting gestern in Saarbrücken.

Das "beruhigende Gerede" von Saar-Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU ) sei "nicht zielführend, er verkennt vollkommen den Ernst der Lage". Storm will in Verhandlungen der Länder mit dem Bund durchsetzen, dass sich der Bund stärker an der Finanzierung der Investitionskosten beteiligt. Die Länder, auch das Saarland, hatten diese Zuschüsse unter dem Druck der Schuldenbremse reduziert. Linken-Chefin Astrid Schramm warf Storm vor, den "schwarzen Peter" einfach an den Bund weiterzureichen. Die Grünen warnten vor Klinikschließungen und einer daraus resultierenden "erheblichen Unterversorgung mit medizinischen Leistungen" im Saarland.

Quetting klagte, es werde immer mehr Personal abgebaut, dies gehe "völlig am Ziel vorbei". Nach Berechnungen von Verdi fehlen in den saarländischen Krankenhäusern insgesamt 3350 Pflegekräfte. "Wir sind es nun endgültig leid, mit Halbwahrheiten und Vertröstungen abgespeist zu werden", so Quetting. "Wir erwarten unverzüglich eine gesetzliche Personalbemessung." Quetting bekräftigte den Verdi-Vorschlag, alle saarländischen Krankenhäuser in öffentlicher, konfessioneller und freier Trägerschaft in einem Verbundklinik zusammenzufassen, um "ruinösen Wettbewerb auf Kosten der Patienten" zu vermeiden.

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