Verdacht auf Gewalt im Pflegeheim

Wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen zwei leitende Mitarbeiter eines Saarbrücker Pflegeheims. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft gestern auf SZ-Anfrage.

In dem einen Fall soll eine demente Frau nicht sachgerecht gefüttert worden sein. Wie der SR meldet, musste die Patientin deswegen in ein Krankenhaus gebracht werden. Einer zweiten Heimbewohnerin soll Insulin gespritzt worden sein, obwohl sie nicht an Diabetes erkrankt ist. Die Staatsanwaltschaft betont, dass bisher nicht das Pflegepersonal selbst beschuldigt sei. Gegen die leitenden Mitarbeiter besteht der Verdacht der Verletzung der Aufsichtspflicht. Noch befänden sich die Ermittlungen im Anfangsstadium, so dass keine Angaben über den Umfang und die Schwere der Tatvorwürfe möglich seien. "Um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden", lehnte der Staatsanwalt es ab, detaillierte Angaben zu dem Betreiber der Einrichtung zu machen.

Der saarländische Pflegebeauftragte Jürgen Bender hatte die Vorfälle der Staatsanwaltschaft angezeigt. Bereits im Mai hatte er in einem SZ-Interview auf die Frage nach Missständen gesagt: "Wenn jemand eine Insulinspritze bekommt, obwohl er gar nicht zuckerkrank ist, ist das gravierend. Oder es wird jemand aus einem Heim in ein Krankenhaus eingeliefert und dort wird festgestellt, der Bewohner ist ausgetrocknet und ausgehungert."