Verbraucherzentrale klärt auf über den Energieausweis

Fachleute erläutern kostenlos den Aussagewert und die Grenzen dieses Dokuments. Und sie sagen, wie sich die Heizkosten auf Dauer senken lassen.

Der Energieausweis soll auf den ersten Blick zeigen, auf welche Heizkosten sich Käufer oder Mieter einer Immobilie einstellen müssen. Der Ausweis ist in der Energie-Einsparverordnung (EnEV) vorgesehen. Ob der Energieausweis diese Aufgabe erfüllt und welche Informationen er tatsächlich enthält, das erläutert Architekt Reinhard Schneeweiß, Energieberater bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Den fünfseitigen Energieausweis gibt es in zwei Formen: Als Bedarfsausweis enthält er die Kennwerte für den Energiebedarf, als Verbrauchsausweis diejenigen für den Energieverbrauch. In vielen Fällen ist jedoch nur der Bedarfsausweis zulässig. Den Energiestandard des Gebäudes veranschaulichen Energieeffizienzklassen von A+ bis H.

Das ist ähnlich wie bei Kühlschrank und Waschmaschine. Zudem beinhaltet der Ausweis - soweit möglich - Vorschläge, wie sich das Haus verbessern lässt, um die Heizkosten zu senken. "Hier handelt es sich um Empfehlungen", sagt Schneeweiß. "Am besten bespricht man mit einem Energieberater, was möglich und sinnvoll ist."

Verpflichtend ist der Energieausweis immer, wenn ein Haus gebaut, umfassend erneuert, verkauft oder neu vermietet werden soll. Bei der Vermietung müssen die wichtigsten Daten des Ausweises bereits in der Immobilienanzeige stehen. Bei der Besichtigung eines Hauses oder einer Wohnung muss der Vermieter den Ausweis oder eine Kopie unaufgefordert aushändigen oder gut sichtbar aushängen. Spätestens bei Vertragsabschluss muss der Mieter das Original oder eine Kopie erhalten. "Keinen Energieausweis brauchen Eigenheimbesitzer, für deren Haus die Baugenehmigung vor dem 1. Oktober 2007 erteilt wurde und die ihr Haus selbst bewohnen", sagt Schneeweiß.

Einen Energieausweis dürfen nur Fachleute mit besonderer Qualifikation ausstellen. Ein amtliches Zertifikat oder eine vollständige Liste aller Aussteller gibt es aber nicht. Ein Energieausweis ersetzt keine Energieberatung. "Wer plant, die Empfehlungen umzusetzen, sollte unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen", sagt Schneeweiß. Das ist deshalb wichtig, weil der Energieausweis einiges eben nicht leisten kann. "Insbesondere der Verbrauchsausweis liefert Mietinteressenten keine genaue Prognose über die Heizkosten." Das hängt maßgeblich ab vom Nutzerverhalten, zum Beispiel von der Raumtemperatur und vom Lüften. Energieausweise beziehen sich außerdem in den meisten Fällen auf das ganze Gebäude, nicht auf Wohnungen. Die Lage der Wohnung im Gebäude spielt aber eine erhebliche Rolle für den Energieverbrauch. Fragen zum Energieverbrauch in privaten Haushalten beantworten die Fachleute von der Verbraucherzentrale. Sie informieren anbieterunabhängig und aufs jeweilige Gebäude bezogen. Für Haushalte mit niedrigem Einkommen sind die Beratungen bei entsprechendem Nachweis kostenlos.

Die Beratungen sind in Saarbrücken in der Trierer Straße 22. Anmeldungen unter Telefon (06 81) 5 00 89 15. In Völklingen gibt es Beratungen an jedem zweiten Dienstag im Monat im Alten Rathaus. Anmeldungen: Tel. (0 68 98) 13 25 97. www.verbraucherzentrale-

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