Venus fand den richtigen Ton

Der Juni in Homburg konnte nicht besser beginnen: Die Damen-Band Venus Brass sorgte für beste musikalische Unterhaltung. OB Schöner betonte, dass die Stadt viel Engagement zur Belebung der City beisteure.

Nicht nur der Auftakt des Homburger Musiksommers sollte am vergangenen Wochenende die Menschen in die Stadt locken, auch der darauf folgende verkaufsoffene Sonntag wollte sich als Magnet beweisen. Und das ohne "Unterstützung" durch ein Fest in der Stadt. Abgekoppelt vom Maifest des vergangenen Wochenendes sollte der gestrige Sonntag einzig ein Tag der Einkaufsstadt Homburg sein, verdeutlichte Axel Ulmcke, zweiter Vorsitzender des Homburger Gewerbevereins, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. "Die Erfahrung der Vergangenheit hat gezeigt, dass ein verkaufsoffener Sonntag parallel zu einem Fest in der Stadt keinen Zugewinn, sondern eher Nachteile mit sich bringt." So wiesen Zahlen anderer Einzelhändler aus, dass man an einem solchen Aktionstag, gekoppelt an ein Großereignis in der Stadt, mit weniger Einnahmen als an einem Regelverkaufstags rechnen müsse. "Die Leute kommen dann eben für das Fest in die Stadt und nicht zum Einkaufen", war sich Ulmcke sicher.

Daher sei auf demokratischer Basis innerhalb des Gewerbevereins die Entscheidung gefallen, sich terminlich vom Maifest um eine Woche zu entfernen. Grundsätzlich, so Ulmcke, machten verkaufsoffene Sonntage nach wie vor Sinn. Denn es gelte an einem solchen Tag für die Gewerbetreibenden, sich selbst und Homburg als Einkaufsstadt zu zeigen, auch abseits der Umsatzzahlen. Ulmcke: "Es geht darum, für die Kunden präsent zu sein." thw Ein Schwalbe macht noch keinen Sommer, fünf hübsche Damen aus Berlin aber schon: Als die Jazz-Formation Venus Brass am vergangenen Samstag zum ersten Ton ansetzte, war es ganz offiziell mit der kalten Jahreszeit in der Homburger Innenstadt vorbei.

Nun herrscht bis in den September hinein mit Querbeat am Freitagabend und dem Jazzfrühschoppen am Samstagmorgen wieder Gute-Laune-Zeit auf dem historischen Marktplatz. Doch das Wochenend-Spektakel nur auf seinen musikalischen Wert zu begrenzen, würde der Doppel-Veranstaltungsreihe "Homburger Musiksommer" nicht gerecht.

Denn mit den Bands halten auch gerne gesehene Besucher aus der ganzen Region Einzug in die Stadt. "Gut was los" war dann auch die passende Beschreibung für das Leben in der City am Samstag.

Und auch so mancher Gastronom und so mancher Einzelhändler profitiere so vom Musiksommer - dessen zeigte sich Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner am Rande der offiziellen Eröffnung der Veranstaltungsreihe am Samstag sicher. "Wir machen jetzt seit zwölf Jahren diesen Musiksommer. Und er hat sich zu einem fest verankerten Event in der Stadt entwickelt. Und damit wollten und wollen wir hier in der historischen Altstadt ein Signal setzen, um Leute anzulocken und die Geschäfte zu beleben." In diesem Zusammenhang kündigte Schöner weitere positive Entwicklungen am historischen Marktplatz an, wollte aber trotz Rückfrage nicht konkret werden. "Es werden sich hier Dinge tun, über die ich jetzt noch nicht reden kann."

Insgesamt habe der Musiksommer dazu beigetragen, die Innenstadt-Zone zu beleben. Diese "Vitamin-Kur" für die Altstadt lasse sich Homburg 60 000 Euro in diesem Jahr kosten. Dass es für dieses finanzielle Engagement der Stadt aber bislang aus seiner Sicht zu wenig hörbare Anerkennung aus Reihen der Gewerbetreibenden der Altstadt gebe, beklagte Schöner am Samstag deutlich. "Es wäre schön, wenn die Kaufmannschaft anerkennen würde, dass wir als Stadt hier in den Musiksommer investieren und dass wir im zwölften Jahr hinter dieser Veranstaltung stehen. Und ich denke, dass wir keinen Zweifel daran gelassen haben, dass wir den Musiksommer weiterführen wollen."

Gefragt, ob Homburg noch mehr an solchen Attraktionen brauche, verneinte Schöner. "Wir werden, wegen Sperrungen und Einschränkungen, sogar dafür kritisiert, dass wir zu viele Veranstaltungen anbieten. Ich denke, wir haben eine ausreichende Zahl an Festen." So sehe er nicht, dass sich die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu wenig engagiere.

Zu wenig Engagement konnte man auch den Damen von Venus Brass nicht vorwerfen. Im Wechsel mit dem Duo Blue Up - Rick-Henry Ginkel an der Gitarre und Daniel Krüger am Piano - sorgten die Musikerinnen um Posaunistin Bettina Wauschke für genau den richtigen Gute-Laune-Sommerton zum Start des Gute-Laune-Musiksommers in Homburg.

Die Geschäfte in Homburg waren am Sonntag offen. Foto: THW. Foto: THW

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Auf einen BlickSo geht es weiter mit dem Musiksommer, einer Veranstaltungsreihe der Interessengemeinschaft Altstadt in Zusammenarbeit mit der Stadt Homburg: Am Freitag, 6. Juni, startet auch die freitägliche Konzertreihe Querbeat, von 19 bis 22 Uhr will die Formation Black Stuff aus dem Rhein-Neckar-Raum mit Blues, Soul und Funk für "good Vibrations" auf dem historischen Marktplatz sorgen. Am Samstag, 7. Juni, geht dann ab elf Uhr der Jazzfrühschoppen in die zweite Runde, die Uni-Bigband Homburg hat sich erneut für ein Konzert in der Homburger Altstadt angekündigt. thw

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