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VdK fordert Zuschüsse für barrierefreien Wohnraum

Saarbrücken. Um ältere und behinderte Menschen bei einem barrierefreien Umbau ihrer Wohnungen zu unterstützen, fordert der Sozialverband VdK-Saar Zuschussprogramme des Staates. Bisher werde auf Kite gesetzt, die Senioren aber nicht mehr bekämen. red

Im Saarland fehlen nach Angaben des Sozialverbands VdK rund 30 000 barrierefreie Wohnungen . Um mehr Menschen Umbauten zu ermöglichen, wiederholt der VdK seine bereits 2014 gestellte Forderung nach einem Zuschussprogramm für ältere Menschen anstelle von staatlichen Kreditprogrammen. "Die Politik muss dem EU-Recht angepasst werden. Kreditprogramme machen für ältere Menschen ab 65 Jahren keinen Sinn mehr, weil diese in den meisten Fällen keinen Kredit mehr von der Bank bekommen. Stattdessen braucht es bedarfsgerechte, nach Einkommen gestaffelte Zuschüsse", erklärt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang bezüglich der in Deutschland seit März gültigen und verschärften EU-Wohnimmobilienkredit-Richtlinie.



Diese sehe vor, dass ein Kredit nur vergeben werden darf, wenn das Darlehen vertragsgemäß erfüllt wird. Der deutsche Gesetzgeber habe diese EU-Vorgaben sogar noch verschärft, sodass Kreditgeber nachweisen müssen, dass der Darlehensnehmer den Kredit dauerhaft bedienen und noch zu Lebzeiten tilgen kann. Dies mindere die Möglichkeit, Bürgen einzusetzen oder Erben heranzuziehen und führe zu einer Kreditklemme bei älteren Menschen.

Im Saarland haben Sozial- und Finanzministerium im November 2015 ein auf zwei Jahre angelegtes Förderprogramm mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro für mehr behindertengerechten Wohnraum aufgelegt. Der VdK hält dies für unzureichend. "Dieses Programm greift erst, wenn ein Mensch bereits in seiner Mobilität erheblich eingeschränkt ist. Das ist entschieden zu spät. Es erreicht nicht diejenigen, die präventiv barrierefrei umbauen wollen, aber von der Bank keinen Kredit mehr bekommen", sagt Lang. Das Programm sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es benachteilige einkommensschwache Menschen, da es einen Eigenanteil von 50 Prozent pro geförderter Maßnahme vorsieht, kritisiert Lang.