Variation des Medusa-Mythos' in einem leer stehenden Autohaus

Variation des Medusa-Mythos' in einem leer stehenden Autohaus

„Medusa - Multimediale Ausstellung in der Temporären Zone. Ein Projekt der Acrobaten“ – so lautet der Titel eines Ereignisses, das am Freitag und Samstag, 1. und 2. November, jeweils ab 18 Uhr in der Saarbrücker Arndtstraße 21 zu sehen sein wird.

Medusa ist der griechischen Mythologie zufolge eine betörende Schönheit, die von Poseidon vergewaltigt wurde. Athene, die die beiden überrascht, verwandelt Medusa daraufhin in ein geflügeltes Ungeheuer mit Schlangenhaaren, dessen Anblick jeden Mann zu Stein erstarren lässt. Dieses schwierige, mythologische Thema, das in der Kunstgeschichte trotzdem weit verbreitet ist, hat sich das Kollektiv Acrobaten vorgenommen, um es in einer multimedialen Installation umzusetzen. Nur für zwei Abende, nächsten Freitag und Samstag, wird in einem leer stehenden Autohaus in der Saarbrücker Arndtstraße die Sage der Medusa zum Leben erweckt. Dabei wird das Kollektiv Acrobaten keinerlei Mühe scheuen. Denn die Mitwirkenden Junes Arib, Martin Fell, Philipp Neumann, Stefano Dressler, Gero Heckmann, Francois Schwamborn und Giovanni D'Arcangelo arbeiten an einer multimedialen Darstellung des Themas, die weit über eine einfache Ausstellung hinausgeht. Für ihre monumentale Medusa-Installation haben die Acrobaten ein leer stehendes Autohaus gemietet und dort 22 weiße Säulen eingebaut. Die Säulen versinnbildlichen die Männer, die der Anblick der Medusa zu Stein erstarren lässt. Die multimediale Gestaltung der Sage wird in einzelnen, ausdrucksstarken Bildern dargestellt. So wurden die Wände mit Motiven der Medusa bemalt. In einer comicartigen Formensprache, plakativ in Schwarz-Weiß und wenig Rot, thront Medusa überlebensgroß über Poseidon.

"Die Darstellungsweise, die wir gewählt haben, ist die unserer Zeit, denn wir wollen auch den Zeitgeist reflektieren", sagt Philipp Neumann dazu. Zu den bereits sichtbaren Einbauten werden noch Licht- und Videoinstallation hinzukommen, mit Sound und Klängen vermischt. Athene mit einem Schweißschild wird als Skulptur die Installation bereichern, und ein roter Bachlauf wird ebenfalls noch aufgebaut. Die einzelnen Bilder, ob als Installation oder Wandgemälde, ergeben dann das Gesamtwerk. "Die Medusa steht für uns auch als Metapher für die Selbstzerstörung des Menschen. Die schöne Frau wird durch die Vergewaltigung zum Monster und rächt sich. Wir sehen da Parallelen zur Natur, Umweltzerstörung und den Naturkatastrophen", erklärt Giovanni D'Arcangelo.