| 00:00 Uhr

Vandalismus kommt die Bürger teuer zu stehen

Ein ZKE-Mitarbeiter zeigt einen verbrannten Mülleimer. Foto: ZKE
Ein ZKE-Mitarbeiter zeigt einen verbrannten Mülleimer. Foto: ZKE FOTO: ZKE
Saarbrücken. Graffiti, brennende Mülleimer, herausgerissene Pflanzen: Vandalismus ist ein Problem, das die Stadt Saarbrücken jedes Jahr eine Menge Geld kostet. Auch die Saarbahn GmbH hat mit Zerstörungen zu kämpfen. ole

Neues ist schnell verdreckt. Wertvolles zerstört. Und Menschen sind schwer verletzt worden. All das wegen eines Massendelikts in Saarbrücken, Vandalismus. Momentaufnahmen aus der jüngsten Vergangenheit: Sie wollte einen der vielen mutwillig gelegten Papierkorbbrände löschen. Aber sie verunglückte schwer. Eine Löschfahrzeug-Besatzung der Saarbrücker Berufsfeuerwehr hat ihren Einsatzort in der Stengelstraße nicht mehr erreicht. Denn ein Pkw prallte auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke gegen das schwere Feuerwehrfahrzeug. Bilanz: vier Verletzte und ein Schaden, der in die Zehntausende geht.

Passiert ist das alles nur, weil ein Krimineller einen Papierkorb in Flammen aufgehen ließ. Nur knapp 36 Stunden später wüteten junge Randalierer in der Nacht, der Schaden ging in die Tausende. Zwei betrunkene Verdächtige erwischte die Polizei. Zurück bleiben Opfer, die jetzt um Schadensersatz kämpfen müssen.

Die Stadt will den Kampf gegen den Vandalismus verstärken. Ein Ansatz: Graffiti sollen so schnell weg, dass den kriminellen Sprayern kaum Zeit bleibt, ihr Geschmier zu bewundern. Dafür hat Saarbrücken, wie berichtet, einen Koordinator eingesetzt und lässt sich den neuen Anti-Graffiti-Kurs 330 000 Euro pro Jahr kosten. Auf weitere teure Vandalismusfolgen weist Stadtsprecher Robert Mertes hin.

Seine Kollegen vom Grünamt müssten regelmäßig herausgerissene Pflanzen ersetzen. Schaden: knapp 4000 Euro pro Jahr.

In die Tausende gehen wegen der hohen Zahl der Straftaten auch die Ausgaben des städtischen Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE). Ein Beispiel: Seit Ende vorigen Jahres häufen sich die Attacken auf Papierkörbe, ob mit Feuer oder roher Gewalt. Jeden Monat muss der ZKE zwischen 15 und 30 zerstörte Behälter ersetzen. Schaden pro Papierkorb: 120 Euro. Der ZKE appelliert an alle Bürger, sofort die Polizei zu informieren, wenn sie eine Attacke auf öffentliches Eigentum sehen.

Rund 70 000 Euro pro Jahr gibt die Saarbahn GmbH aus, um die Spuren von Zündlern, Schmierern und Zerstörern in Bussen und Bahnen sowie an Haltestellen zu beseitigen. Mitarbeiter sehen jeden Tag an den rund 900 Bus- und Saarbahnhaltestellen nach dem Rechten. Zerkratzte Scheiben, beschmierte Fahrpläne und Papierkörbe sind die Regel.

Hinschauen und handeln

Ein Beispiel für Bürger, die hinschauen und handeln, bietet die Interessengemeinschaft (IG) Mainzer Straße. Sie präsentierte im vorigen Herbst ein Vandalismusregister. Darin kam der aufgeschlitzte Reifen ebenso vor wie Schmierereien. Die IG betrachtete diese Dokumentation als Diskussionsgrundlage für Gespräche mit Stadt und Polizei und appellierte an die Bürger: Erstatten Sie immer Anzeige, wenn Sie Vandalismus sehen. Dann wisse die Polizei, wo sich Schwerpunkte bilden und könne reagieren.