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Saarland-Liga
Unverhofftes Endspiel um Ligaverbleib

Saarbrücken. Der Vorletzte Quierschied erwartet am Sonntag, 15 Uhr, zum entscheidenden Spiel um den Verbleib in der Saarlandliga Schlusslicht FV Siersburg. Die SZ sprach mit den Trainern Pesch (Quierschied) und Granata (Siersburg).

Herr Pesch, Herr Granata, da der geplante Verkauf des Saarlandliga-Spielrechts der DJK Bildstock an den 1. FC Saarbrücken wohl nicht zustande kommt, haben ihre Mannschaften Chancen, doch noch in der Fußball-Saarlandliga zu bleiben. Gab es bei Ihnen Freude darüber, dass das Vorhaben der DJK geplatzt ist?



Lothar Pesch: Freude wäre das falsche Wort. Denn wenn ein anderer Verein Probleme hat, sollte man sich nicht darüber freuen. Aber es ist schön, dass wir eine sportliche Chance erhalten, die Klasse zu halten. Vereine, die sich in höheren Klassen nicht an die Spielregeln halten, bekommen neun Punkte abgezogen. Wäre dies im Falle von Bildstock auch so gewesen, würde die DJK in der Tabelle hinter uns stehen.

Nicola Granata: Ja, schon. So viele Chancen, wie wir diese Saison haben, unten raus zu kommen, bekommt man normal nicht. Jetzt müssen wir aber mal eine dieser Chancen nutzen.

Wie wollen Sie das "Endspiel" um den Klassenverbleib angehen?

Pesch: Es gilt, die Nerven im Zaum zu behalten und nicht in Rückstand zu geraten. Siersburg ist eine Mannschaft, die auf Fehler des Gegners lauert und mit schnellem Spiel nach vorne kommt. Auch die Moral scheint beim FV intakt zu sein, was das 2:2 beim VfL Primstal nach einem 0:2-Rückstand bewiesen hat. Personell habe ich alle zur Verfügung, die in den letzten Wochen spielten.

Granata: Ich kenne den Gegner aus meiner Zeit in der Verbandsliga bestens und werde meine Jungs entsprechend einstellen. Quierschied ist in der Offensive stark, hat aber in der Defensive Probleme. Bei mir sind alle Mann an Bord. Lediglich hinter dem Einsatz von José Niethammer steht ein Fragezeichen.

Was war ausschlaggebend, dass Ihre Mannschaften in der Tabelle so weit unten stehen?

Pesch: Trotz einiger Neuzugänge in der Winterpause hatten wir selten mehr als 13 oder 14 einsatzfähige Spieler zur Verfügung, weil immer Akteure ausgefallen sind. Dadurch konnte man auf gewisse Sachen nicht reagieren. Zudem fehlt dem einen oder anderen die Qualität, der Mannschaft in entscheidenden Situationen weiterzuhelfen. Wenn Leistungsträger nicht ihr Potenzial abrufen konnten, war niemand da, der in die Bresche springen konnte.

Granata: Uns hat ein Stürmer gefehlt, der die Dinger wegmacht. Wir haben aber auch nach den Abgängen von Fabio Groß oder Jan Neubauer entscheidende Positionen nicht so besetzen können, wie wir uns das vorgestellt haben.

Wie geht es in der kommenden Saison weiter?

Pesch: Da dies mein letztes Spiel als Trainer der Spvgg. Quierschied ist, bin ich da der falsche Ansprechpartner. Ich habe einigen anderen Vereinen abgesagt, weil ich ursprünglich in Quierschied verlängert hatte. Wie es bei mir weitergeht, kann ich noch nicht sagen.

Granata: Bei uns gibt es einen personellen Umbau. Sollten wir in der Saarlandliga bleiben, wird es wohl wieder gegen den Abstieg gehen. Denn der Umbau wird zwei Jahre dauern. Sollten wir absteigen, haben wir für die Verbandsliga eine gute Truppe. Ziel wäre dann das obere Drittel. Ein Jahr später könnten wir in Sachen Wiederaufstieg angreifen.

Die Fragen stellte Philipp Semmler.

Zum Thema:

Meldet Bildstock ab, reicht dem Tabellenvorletzten Quierschied ein Unentschieden zum Klassenverbleib Sollte sich die DJK Bildstock wie von ihr angekündigt aus der Fußball-Saarlandliga zurückziehen, steigt der Tabellenvorletzte - derzeit die Spvgg. Quierschied - nicht ab. Selbst der Tabellenletzte - derzeit der FV Siersburg - könnte noch in der Liga bleiben. Allerdings nur, wenn Borussia Neunkirchen in der Oberliga bleibt oder der Vizemeister der Saarlandliga über die Aufstiegsrunde in die Oberliga aufsteigt. Die Spvgg. Quierschied will ihre Fans an diesem Sonntag mit einer Aktion zum "Abstiegs-Endspiel" um 15 Uhr locken. Wer in den Vereinsfarben Schwarz-Weiß oder mit einem "Krachmacher" erscheint, erhält freien Eintritt. Auch der FV Siersburg hofft auf viel Unterstützung. Trainer Nicola Granata erwartet etwa 200 FV-Fans zum "Endspiel" in Quierschied.

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