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Unterstützung für Protest gegen G 8 – Verband warnt vor Rolle rückwärts

Unterstützung für Protest gegen G 8 – Verband warnt vor Rolle rückwärts

Die Fraktionen von Piraten und Linken im Landtag unterstützen die Forderung der Initiative „G 9-jetzt-Saarland“ nach einer Rückkehr zum Abitur nach neun statt acht Jahren an Gymnasien (wir berichteten).

Zwei mit dem gleichen Ziel: „G 9-jetzt“-Sprecherin Katja Oltmanns und Professor Christian Scholz von der Saar-Uni fordern die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren Gymnasium. Foto: Becker&Bredel Foto: Becker&Bredel

"Die Regierungsfraktionen müssen hier den Willen der Bevölkerung ernst nehmen. Das Beispiel Hessen, wo nach vergleichbaren Elterninitiativen zum aktuellen Schuljahr ein Wahlrecht zwischen G 8 und G 9 eingeführt wurde, zeigt, dass Beharrlichkeit zum Erfolg führen kann", sagte die bildungspolitische Sprecherin der Piraten, Jasmin Maurer . Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Barbara Spaniol , sagte, diese Initiative mache sichtbar, dass viele Eltern und Schüler nicht zufrieden seien.

Statt einer Rückkehr zu G 9 fordert die Grünen-Fraktion eine Überarbeitung der Lehrpläne sowie kleinere Klassen. "Längst sind nicht alle Möglichkeiten dieser Verbesserungen des G 8-Gymnasiums ausgeschöpft", sagte Bildungsexperte Klaus Kessler . Er forderte Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD ) auf, stärker die Gemeinschaftsschule, an der das Abitur nach neun Jahren möglich ist, ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftlichen Schulen im Saarland (VLW) betont, dass es die Wahl zwischen G 8 und G 9 bereits jetzt gibt. In jedem Landkreis gebe es mindestens ein Oberstufengymnasium, das an berufliche Schulen angegliedert sei. Es brauche keine "Rolle rückwärts" und zwei Varianten des Gymnasiums. "Hat die Initiative überlegt, wer das zahlen soll?", fragt VLW-Vorsitzende Sabine Peters-Klein.

Die Elterninitiative hat eine Unterschriften-Aktion gegen G 8 gestartet. Schafft sie es, innerhalb von sechs Monaten 5000 Unterschriften zu sammeln, ist der Landtag aufgefordert, sich mit dem Thema zu befassen.