Unterstützung für Existenzgründer

Burbach. Als allein erziehende Mutter von sechs Kindern war es für Nella Ulrich (44) schwer, eine Stelle zu finden. Im Juni machte sie sich mit einer Änderungsschneiderei selbstständig. Den Weg in die Selbstständigkeit möchte auch Tatiana Rubin (57), Musiklehrerin aus Weißrussland, gehen. Sara Abdul-Kader-Omer (28) will Übersetzungen aus dem Arabischen und Kurdischen ins Deutsche anbieten

Burbach. Als allein erziehende Mutter von sechs Kindern war es für Nella Ulrich (44) schwer, eine Stelle zu finden. Im Juni machte sie sich mit einer Änderungsschneiderei selbstständig. Den Weg in die Selbstständigkeit möchte auch Tatiana Rubin (57), Musiklehrerin aus Weißrussland, gehen. Sara Abdul-Kader-Omer (28) will Übersetzungen aus dem Arabischen und Kurdischen ins Deutsche anbieten. Die Frauen sind drei der insgesamt rund 60 Teilnehmer, die bei der Existenzgründungsberatung Xenos in Burbach ein Existenzgründungsseminar besucht haben. Anfang September vergangenen Jahres startete das Projekt in Trägerschaft des Diakonischen Werks an der Saar, am 30. September endet die Projektlaufzeit. "Es gibt aber bereits eine Zusage für ein Folgeprojekt Kompetenzwerkstatt", sagt Existengründungsberaterin Cornelia Armborst-Winterhagen. Anfang November werde die Kompetenzwerkstatt starten, kündigt ihr Kollege Winfried Blum an.Im Unterschied zur Existenzgründungsberatung Xenos sei die Kompetenzwerkstatt weiter gefasst und schließe auch Eignungsfeststellung und Berufsorientierung mit ein - Fragen, die eine wichtige Rolle spielten.Denn längst nicht jeder, der sich mit dem Gedanken an die Selbstständigkeit trägt, bringt auch wirklich die Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung mit, wissen Armborst-Winterhagen und Blum. So bremsten sie manches Mal, rieten von überstürzten Entscheidungen ab und halfen Gründern, an einer Geschäftsidee so lange zu feilen, bis sie Hand und Fuß hat. "Zwei Drittel der Teilnehmer waren Migranten, ein Drittel Deutsche", berichtet Armborst-Winterhagen. Sprachprobleme sei häufig ein Hemmnis. Deutsche wiederum hätten Angst, zu versagen, wenn eine selbstständige Tätigkeit nicht zum Erfolg führe. "Migranten haben eine andere Einstellung. Sie werten eine Geschäftsschließung nicht als persönliches Versagen, sondern fühlen sich um eine Erfahrung reicher." Für Migranten, deren Berufsabschluss in Deutschland nicht anerkannt wird oder die hier keine Festanstellung finden, sei die Selbstständigkeit häufig eine Chance, aktiv zu bleiben, und mit Menschen in Kontakt zu kommen. Infos in der Beratungsstelle, Ludwigstraße 33 in Malstatt, Tel. (06 81) 4163308.

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