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Unpünktlichkeit nervt Fahrgäste

Geduld brauchten in der jüngsten Zeit viele Fahrgäste an den Bushaltestellen der Saarbahn GmbH. Foto: Becker&Bredel
Geduld brauchten in der jüngsten Zeit viele Fahrgäste an den Bushaltestellen der Saarbahn GmbH. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken. Warten, warten, noch mal warten. Ausfallende Busse sorgten in den letzten Wochen für verärgerte Fahrgäste. Ihnen blieb nichts übrig, als auf den nächsten Bus zu warten. Schadensersatz gibt es dafür nicht. Von SZ-RedaktionsmitgliedPatricia Müller

So mancher Saarbrücker wartete in den vergangenen Wochen vergeblich auf den Bus. Dieter Köst zum Beispiel wollte am Samstag, 13. Juli, von Klarenthal nach Saarbrücken. Der Bus kam nicht. Für Ralf-Erik Wunn war am 19. Juli die Fahrt nach Herrensohr mit der Linie 125 am Saarbrücker Rathaus plötzlich zu Ende. "Die Ablöse für die Fahrerin war nicht da", schreibt er in einer E-Mail an die SZ. Er musste eine halbe Stunde auf den nächsten Bus warten.

Grund für die vielen Busausfälle waren Personalprobleme bei der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS). Busfahrer waren im Urlaub, hinzu kamen viele krankheitsbedingte Ausfälle. Unternehmenssprecherin Sarah Schmitt erklärt: "Unsere Kollegen haben jeden Tag aufs Neue alles daran gesetzt, die Dienste zu besetzen und damit weitere Ausfälle zu verhindern. Das hat in einigen Fällen funktioniert, weil einige Bus- und Bahnfahrer ihre Dienste verlängert, früher angetreten oder ihren Urlaub verschoben oder unterbrochen haben." Doch nun sei das Problem gelöst. "Seit Ende letzter Woche gibt es keine Ausfälle mehr."

Für diesen Sommer scheint das Problem gelöst. Doch was geschieht im nächsten Jahr? "Die Urlaubszeit gibt es immer. Die Fahrer haben ein Anrecht auf ihren wohlverdienten Urlaub. Es gibt keine Vorkehrungen für nächstes Jahr", sagt Schmitt. Denn die Ausfälle seien der ungewöhnlichen Kombination aus Urlaub und hohem Krankenstand geschuldet. "Eine solche Situation hatten wir bisher in unserem Betrieb noch nicht", sagt Schmitt.

Für alle stehen gelassenen Fahrgäste ein schwacher Trost. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als auf den nächsten Bus zu warten. Denn juristisch gibt es keine Möglichkeit, Geld für eine Monatskarte oder ein Jahresabo zurückzubekommen, erklärt Rechtsreferent Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Im öffentlichen Personennahverkehr gibt es für solche Fälle keine besondere Haftung. Nur bei Fernbusreisen gibt es die Möglichkeit, einen Anteil von Abonnements erstattet zu bekommen." Das heiße auch: kein Anspruch auf Erstattung bei verpassten Vorstellungsgesprächen und kein Schadensersatz bei verpassten Flügen oder Anschlusszügen. Schmitt bestätigt: "Ein Fahrgast hat in einem solchen Fall keine Regressansprüche." Bei der VVS gingen zahlreiche Beschwerden per Telefon und Mail ein.

Weitere entrüstete Worte sendeten Mia und Philip der SZ. Mit der Linie 107 sollte es am vergangenen Sonntag Richtung Totobad gehen. Doch als sie am Rathaus einsteigen wollten, war für sie kein Platz mehr. Sie schreiben: "Während die großen Gelenkbusse schön ihren Sonntagsschlaf im Busdepot halten, fährt die Sardinenbüchse los und lässt fassungslose Familien am Rathaus zurück." Den Platzmangel in der Linie 107 an heißen Wochenenden begründet Saarbahn-Sprecherin Sarah Schmitt so: Der Bus der Linie 107 fahre im Anschluss auf einer anderen Linie weiter. Und in der Regel sei auf dieser Linie der Einsatz von Gelenkbussen nicht möglich. Schmitt: "Daher können wir sonntags auf der Linie 107 kurzfristig leider keine Gelenkbusse einsetzen."