Union und Euro kreativ präsentiert

Schüler der Klasse 10c des Saarpfalz-Gymnasiums befassten sich fünf Wochen mit dem Thema „EU – Recherche und Erstellen eines Produkts“. Dies war Teil des Konzeptwettbewerbes „Ideen bewegen“.

Für Kinder und Jugendliche ist es heute selbstverständlich, mit Handy und Notebook umzugehen und sich im Internet sowie in den sozialen Netzwerken zu bewegen. Allerdings reicht diese Alltagserfahrung nicht aus, um die Medienkompetenz der heranwachsenden Generation zu fördern. Schulen müssen ihren Schülern konsequent auf den Umgang mit digitalen Medien vorbereiten. Dies stellt zwar eine Herausforderung dar, eröffnet jedoch gleichzeitig auch völlig neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung. Als einzige Schule im Saarland wurde das Homburger Saarpfalz-Gymnasium ausgewählt, am Konzeptwettbewerb "Ideen bewegen" der Initiative "digitale Bildung neu denken" teilzunehmen. Gemeinsam mit ihrem Politiklehrer Christian Bachmann befassten sich Schüler der Klasse 10c mit dem Thema "EU - Recherche und Erstellen eines Produkts". Für fünf Wochen bekamen sie eine umfassende technische Ausstattung mit Tablet-PC für jeden Schüler, lokalem W-Lan und einen Großbildmonitor für Präsentationen zur Verfügung gestellt, um sich damit intensiv in Gruppen mit Themen rund um die EU zu beschäftigen.

Im Rahmen seines Besuches am Saarpfalz-Gymnasium ließ sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Funk von den Schülerinnen und Schülern die Umsetzung ihrer verschiedenen Schwerpunktthemen zur EU erklären. Dabei ging es unter anderem um Warenverkehr und Shopping in der EU sowie um das Funktionieren der Währung. Die Geschichte der EU und des Euro wurde als Comic dargestellt. Hat die EU ein Demokratiedefizit? Wie läuft die Kommunikation zwischen EU-Bürgern und der Politik? Anhand einer Umfrage in Homburg hatten die Schüler Bürger gefragt, was ihnen die EU persönlich bringt.

So vielfältig die Themen auch waren, so kreativ waren die Präsentationsformen der Schüler, ob klassisch, als Comic, Cartoon oder als Kurzfilm mit Playmobilfiguren. Mit Hilfe der Tablet-PCs arbeiteten die Schüler "eigenverantwortlicher, teamorientierter und differenzierter interdisziplinär", erläuterte Bachmann. Dabei trainierten sie ihre Präsentationsfähigkeit am E-Board und lernten den Nutzen mobiler Endgeräte kennen. Thematisch sei es darum gegangen, sich mit den Hoffnungen und Ängsten in Zusammenhang mit der Europäischen Union fundiert auseinander zu setzen, fügte er hinzu. Die Technik biete hier die Möglichkeit, eigene Interessen im komplexen Feld der europäischen Einigung zu erkennen. Er sei froh, dass die Wirtschaft ein solch wissenschaftliches Projekt unterstütze, erklärte Funk und wies auf die "riesigen Vorteile" der Tablets hin ("Ich möchte mein Tablet nicht mehr missen").

Nach anfänglicher Skepsis sei er von der Lernmethode mit dem Tablet überzeugt, sprach Schüler Florian Krenn von "einem Fortschritt und einer enorm gestiegenen Motivation". Die neue Lernmethode habe sich in Erdkunde, Politik oder in den Sprachen beim Hörverstehen über das Internet bewährt, so Krenn: "Jeder konnte sein Arbeitstempo selbst wählen", begrüßte er den Einsatz der Tablets.

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