Unglaubliche Körperbeherrschung

Die Geschichte ist verwoben, die Körper versteigen sich zu immer waghalsigeren Figuren: Mit seiner neuen Show hat der Chinesische Nationalcircus am Sonntag die zahlreichen Gäste in der Saarbrücker Saarlandhalle begeistert.

Portiers, die mit Vasen balancieren, Zimmermädchen, die eine Sohle aufs Parkett legen, und eine Hausdame, die zur Zauberin wird und mit Karten um sich feuert: Willkommen im "Grand Hongkong Hotel". Am vergangenen Sonntag gastierte der Chinesische Nationalcircus mit seiner neuen Show in der Saarbrücker Saarlandhalle. Mit seinen Geschichten um legendäre Orte und Städte Chinas und deren Kultur sorgen die Artisten aus dem Reich der Mitte stets für einen großen Besucherandrang. So auch dieses Mal in der gut gefüllten Halle. Auf der aktuellen Tour verweben die Veranstalter die Geschichte Hongkongs symbolisch mit der Geschichte eines dort angesiedelten Hotels: "Mit Offenheit und Vielseitigkeit einen Weg zur Einheit finden", lautete das Motto des Abends, das durch die unterschiedlichen Menschen im Hotel veranschaulicht werden sollte. So feierten ein paar chinesische Mädchen in einem Zimmer eine Pyjama-Party. Plötzlich verwandelten sich die jungen Damen in Schlangenmädchen und zeigten auf dem Bett schier unglaubliche Verrenkungen ihrer Körper. Überhaupt gab es in dem Hotel viel "Hochstapelei ": Mal wurden Menschen, mal Bänke und mal Stühle zu einem immer höher werdenden Turm aufgebaut, auf denen zwei Chinesinnen einen Handstand zeigten. Ein junges Pärchen katapultierte dagegen seine Diabolos bis unter die Hallendecke. Den roten Faden der neuen Show bildete ein Clown, der als Kofferträger in dem Hotel anfängt und dann nach und nach seine artistischen Fähigkeiten verfeinert, bis er schließlich selbst zum umjubelten Artisten wird.

Die Metropole Hongkong erfinde sich immer wieder neu, erzählte zu Beginn der Vorstellung eine Stimme aus dem Hintergrund. Und das gelingt auch dem Chinesischen Nationalcircus seit vielen Jahren. In der aktuellen Show trifft Tradition auf Moderne, bekannte artistische Nummern werden neu präsentiert. Wie in Hongkong Ost auf West trifft, begegneten auf der Bühne Artisten aus dem Reich der Mitte zwei Musikern aus Europa, die das aktuelle Programm erstmals mit Live-Musik auf dem Klavier und Gesang bereicherten. Alles in allem überzeugte die Show wie gewohnt durch präzise Körperbeherrschung.