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„Unglaublich geniales Kunstwerk“

Benjamin Jupé Foto: Marco Kany
Benjamin Jupé Foto: Marco Kany FOTO: Marco Kany
Saarbrücken. Der Solo-Cellist des Staatsorchesters Saarbrücken, Benjamin Jupé, ist selbst ein leidenschaftlicher Fan des Musikstückes, das sich die Fans des Orchesters fürs Konzert am 4. Dezember gewünscht haben. Nicole Burkardt

"Es war etwas Schicksalhaftes, dass ich Musiker wurde", erzählt Benjamin Jupé. Es hätte einfach kein Leben an der Musik vorbei geben können. Der Cellist ist seit 2010 im Saarbrücker Staatsorchester engagiert und steht am 4. Dezember als Solist des Wunschkonzertes auf der Bühne. Antonín Dvoráks Cellokonzert op. 104 in h-Moll haben sich die Fans des Staatstheaters unter anderem in das Programm "gewünscht".

"Auch ich selbst habe mir dieses Konzert gewünscht, das Cellokonzert von Dvorák ist ein unglaublich geniales Kunstwerk", betont Jupé beim Gespräch und kann gar nicht aufhören, die Schönheit und Vielseitigkeit der Musik zu loben. Mit dem Homburger Sinfonieorchester spielte Jupé 2013 erstmals das Werk. Eine besondere Ehre sei es für den Musiker, mit dem eigenen Orchester in der eigenen Stadt zu spielen. "Das Orchester spielt auf sehr hohem Niveau, darauf kann Saarbrücken stolz sein."

Die ganze Vielfalt des Cellos

Das kann Jupé nach seinen vielen Stationen beurteilen: Im Allgäu aufgewachsen studierte er in Lübeck und Berlin, arbeitete in großen Orchestern wie dem Tonhalle Orchester Zürich , in Kopenhagen und zuletzt in Weimar.

Jupé ist froh, nun in Saarbrücken zu leben mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Die Offenheit und Freundlichkeit der Saarländer gefällt Jupé ebenso wie die stadtnahe Natur. Zurück zum Dvorák-Cellokonzert: Dvorák nutzt die ganze Vielfalt des Cellos aus, die schwierigsten Passagen sind auf einem Cello gerade noch spielbar. Viele Passagen könne man nur durch "Fingerverrenkungen" spielen und muss sie intensiv üben, sagt Jupé. "Wenn ich das Stück übe und im Konzert spiele, macht es mich glücklich, welch schöne und ausdrucksstarke Musik Dvorák geschrieben hat. Die Musik erzählt eine Geschichte um Liebe, Sehnsucht. Es erstaunt mich, wie konkret Dvoráks Tonsprache ist. Gerade durch die bekannten biografischen Hintergründe wird deutlich, welche große Geschichte das Orchester und der Cellist erzählen. Dabei erklingen neben dem Cello besonders die Flöte und Oboe mit großen solistischen Melodien immer wieder im Wechsel mit dem Cello", verdeutlicht Jupé.

Den Emotionen nachspüren

Das wichtigste Anliegen für den Cellisten ist es, den Emotionen der Musik nachzuspüren und diese neu zum Leben zu erwecken im Konzert.

"Faszinierend am Dvorák-Cellokonzert sind auch die vielen chromatischen Tonwiederholungen." Jupé beschreibt die Musik mit seinen Händen und imitiert das Cellospiel, als sei er schon mitten im Konzert. Gegen die Aufregung am kommenden Sonntag hilft ihm ein einfacher Gedanke: "Ich denke, dass ich alles getan habe, was in meiner Macht stand, um das Beste herauszuholen, und das Publikum ist da, um die Musik zu genießen. Wir alle wollen uns gemeinsam an der Musik freuen."

Wunschkonzert: Sonntag, 18 Uhr, im Staatstheater. Neben Dvoráks Cellokonzert spielt das Saarländische Staatsorchester Mozarts Ouvertüre aus "Die Hochzeit des Figaro" und Franz Schuberts Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944 (“Die Große„).

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