Ungebändigte Kreativität zeichnete John Lennon aus

Mit Titeln wie „Imagine“ oder Give Peace a Chance“ hat sich John Lennon unsterblich gemacht. Mit seinen politischen Ansichten oder ausgefallenen Aktionen, wie den „Bed-Ins“ mit seiner zweiten Ehefrau Joko Ono als Zeichen für den Frieden, hat er polarisiert.

Weltberühmt wurde der Komponist, Musiker und Friedensaktivist jedoch bereits vorher als Mitglied der legendären britischen Band The Beatles. Aber John Lennon beschränkte sich in seiner nahezu ungebändigten Kreativität nicht auf die Musik, sondern er schrieb bereits als Kind Gedichte und Kurzgeschichten, die er mit eigenen Zeichnungen illustrierte. Als 17-Jähriger bekam er einen Studienplatz am College of Art in Liverpool und studierte dort bis 1960. Die Zeit danach war stark geprägt von dem weltweiten Erfolg seiner Band The Beatles, mit der er am 17. August 1960 das erste Konzert in Hamburg gab. Doch auch während seiner Zeit als "Pilzkopf" hielt Lennon an seiner Liebe zur Grafik und zum bildnerischen Gestalten fest. 1964 veröffentlichte er zwei Bücher "In seiner eigenen Schreibe" und "Ein Spanier macht noch keinen Sommer" mit Gedichten und Zeichnungen. Aus dieser Zeit stammt auch das Bild "Magic Birds", das in Merzig anlässlich der Ausstellung "The Art of John Lennon" zu sehen ist. Die inzwischen mehrfach ausgezeichnete Ausstellung zeigt die bisher weniger bekannten Karikaturen, Zeichnungen, Comics und Lithografien von John Lennon.

Sein künstlerisches Medium waren dafür neben Feder und japanischer Sumi-Tinte (japanische Stangentusche) auch Bleistift oder Kugelschreiber. Seine witzigen Zeichnungen, abstrahiert und mitunter reduziert bis auf die Konturen, sind schnelle Strichzeichnungen mit sicherer Linienführung und zeigen eine große Beobachtungsgabe. "Gitarre, Stift und Papier waren die idealen Werkzeuge für John, um seine komplexen Gefühle auszudrücken" resümiert die Konzeptkünstlerin Yoko Ono, seine zweite Ehefrau, die viele seiner Werke erst posthum der Öffentlichkeit vorstellte. Nach wie vor erscheinen jährlich neue Lithografien aus seinem Nachlass.

Immer wieder präsentiert das Museum Schloss Fellenberg Ausstellungen, in denen Werke von Künstlern gezeigt werden, die sich unterschiedlicher künstlerischer Ausdrucksformen bedienen, so genannte Doppeltalente. Lennon zählt in besonderer Weise dazu. So erweitert die Ausstellung mit zahlreichen Originalzeichnungen und Druckgrafiken den Blick auf das vielfältige Wirken des Künstlers und eröffnet damit einen neuen, bisher wenig bekannten Zugang zum faszinierenden Leben und Schaffen der Pop-Ikone John Lennon.

Auszeichnungen, die John Lennon für sein musikalisches Werk erhalten hat, runden die in Europa einzigartige Ausstellung ab. Gezeigt werden neben einer von Yoko Ono signierten Gitarre der Plastic Ono Band auch die blaue Brille von John Lennon. Sie wurde von Yoko Ono nachgebaut und an Freunde verschenkt.

Arbeiten seiner Freunde und Wegbegleiter, wie Astrid Kirchherr oder Klaus Voormann (der auch schon im Schloss Fellenberg ausgestellt hat), geben Einblicke in das Leben des jungen Lennon. Erstmals wird auch sein musikalischer Lebensweg nacherzählt, begleitet durch zusätzliche Exponate.

 „War is over“ (Der Krieg ist vorbei) Fotos: John Lennon/Sammlung Wahle
„War is over“ (Der Krieg ist vorbei) Fotos: John Lennon/Sammlung Wahle

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HintergrundZur Eröffnung der Ausstellung am Montag, 5. Mai, um 19.30 Uhr im Museum Schloss Fellenberg, sprechen Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Merzig-Wadern, Frank Jakobs, Bürgermeister Marcus Hoffeld und Michael-Andreas Wahle, der Leihgeber der Ausstellung. Die musikalische Gestaltung der Vernissage übernehmen Mitglieder des Schulchors des Peter-Wust-Gymnasiums unter Leitung von Thomas Berger. Zur Ausstellung ist ein illustrierter Katalog mit CD erhältlich. Dauer der Ausstellung: 6. Mai bis 27. Juli. syr