Unerfreulich und deshalb umstritten

Altersarmut, Hilfe zur Pflege, Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung - und natürlich die ewige Frage: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Das sind alles rundum unerfreuliche Themen. Vor allem im Wahlkampf. Kein Wunder, dass der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes am Wochenende so vieler Orts ins Kreuzfeuer der Zweifler und Besserwisser geriet. Der Bericht behauptete, dass 2015 rund 12,9 Millionen Deutsche, also 15,7 Prozent, unter der Armutsgrenze lebten - also von weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Die Armutsgrenze lag 2015 bei 942 Euro monatlich für Singles und 1978 für Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren. Im Saarland gab's laut dem Bericht 17,2 Prozent Arme - also überdurchschnittlich viele.

Und die Spitzenposition im Saarland hält bekanntlich der Regionalverband (RV). Denn im RV wohnt rund ein Drittel der Saarländer und die Hälfte aller saarländischen Hartz-IV-Empfänger - 29 218 Erwachsene und 10 704 Kinder. Davon leben in Saarbrücken 19 781 Erwachsene und 7120 Kinder.

Rund 4000 Rentner im RV brauchen Grundsicherungsgeld, das sind doppelt so viele wie im Bundesschnitt. Rund 33,5 Millionen Euro bezahlt der RV jährlich allein für Rentner, die ambulante oder stationäre Pflege brauchen. Und es werden immer mehr.

Die Saarbrücker Tafel verteilt zurzeit pro Woche rund 15 Tonnen Lebensmittel. Denn rund 4000 Menschen sind darauf angewiesen.

Darum - liebe Wahlkämpfer, liebe Armutsbezweifler, liebe Besserwisser und alle anderen - laden wir Sie ein: Wenn Sie Fakten zur Armut brauchen, informieren Sie sich im Regionalverband. Am besten Sie lesen die SZ!

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