Unbändige Lust an der Musik

Da konnte auch der Regen nichts dran ändern: Die Boba-Jazzband hinterließ den besten Eindruck beim Jazz-Frühschoppen auf der Homburger Marktplatz-Bühne. Volles Haus und jede Menge Jazz-Genuss gab's beim vorletzten Jazz-Frühschoppen der Saison.

Nicht einmal der Regen konnte den Jazz-Fans den Spaß wirklich verderben. Zu gut gefiel ihnen der Auftritt der Boba-Jazzband aus Krakau, die mit ihrer unbändigen Lust an der Musik die Zuhörer ansteckte. Der Blick von der Bühne zum Historischen Marktplatz in Homburg beim Jazz-Frühschoppen in Homburg bestätigte am Samstag die Beliebtheit der Boba-Jazzband, der aus Polen ein brillanter Ruf vorauseilt (wir berichteten). Noch ehe Bandleader Jan Boba (Piano) und seine Musiker die ersten Takte spielten, war kaum ein Platz mehr frei. So wurde auch dieses Mal wieder der Rand des Marktbrunnens zur Sitzbank für den Jazz-Frühschoppen.

"So etwas darf man nicht versäumen", sagte Ludwig Sorg, der sich wenigstens noch einen Stehplatz unter einem der großen Gastronomieschirme gesichert hatte. In seinem Freundeskreis hörte er die Leute von der Boba-Jazzband schwärmen, da stand fest, wohin er mit seiner Lebensgefährtin fahren würde. Treue Besucher des Homburger Jazz-Frühschoppens erinnerten sich noch lebhaft an das "Jazz Band Ball Orchestra", das in Homburg Furore gemacht hatte. Seele des Orchestra war derselbe Jan Boba, der vor 24 Jahren die nach ihm benannte Band gründete. Alten amerikanischen Jazz spielt die Band von Jan Boba par excellence. Dazu kommen aber auch Stücke, die ihren Ursprung in Filmmusiken oder bekannten Musical-Melodien haben. Und wie die Boba-Jazzband diese Stücke rüberbrachte!

"Ain't misbehavin" war ein glänzendes Beispiel dafür, was eine echte Jazzband aus so einem scheinbar geläufigen Titel zaubern kann. Da war jedes Instrumentalsolo ein Vergnügen, ob das nun von Jan Boba am Piano kam oder von den anderen Bandmitgliedern.

Da war Wladylslaw Grochot an der Trompete, der ein übers andere Mal die Zuhörer faszinierte. Nicht weniger gut drauf war Janusz Nowak an der Posaune, der immer wieder mit seinem feinfühligen Spiel beeindruckte. Janusz Nowotarksi vervollständigte die Bläsergruppe, war sowohl am Saxofon als auch an der Klarinette ein fantasievoll spielender, mitreißender Jazzer.

Für den Rhythmus der Krakauer Jazzer sorgten einmal Jan Novak am Bass, dazu Aleksander Nowak am Schlagzeug. Schließlich verbreitete Marek Rosner, ganz besonders mit dem Banjo, die Stimmung, die den feinen New-Orleans-Jazz auszeichnet. Wenn die Band dann mal kurz vom Weg des traditionellen Jazz abging, wechselte Marek Rosner vom Banjo zur Gitarre. Keine Minute lang hatten die Zuhörer das Gefühl, hier würde Bekanntes noch einmal von einer anderen Band gespielt. Die Soli und Variationen machten aus Traditionals oder populären Melodien jedes Mal etwas ganz Neues und Überraschendes, da war nichts Eingefahrenes oder gar Altbackenes.

Lohn dieser bravourösen Leistung war nicht nur jede Menge Applaus nach den einzelnen Stücken. Nein, es hielt die Leute nicht so wirklich auf ihren Sitzplätzen, manche nahmen den Rhythmus der Musik auf, klatschten den Takt der Stücke mit. Da war "Fly me to the moon" was vollkommen Neues, da sorgte "Alexanders Ragtime Band" für Feuer oder "I would do anything für you", da sorgte "Manana" für Fernweh oder die "Pennies from heaven" für Träume.

Da gab's schon während der Stücke Applaus und Zurufe. Nur wenige Gäste vermochte der Regen nach Mittag wirklich vom Marktplatz zu vertreiben. Bleibt noch die Hoffnung auf besseres Wetter zum Finale des Jazz-Frühschoppens am 31. August.