| 00:00 Uhr

Über Wachmacher und Überwacher

Saarbrücken. Energydrinks und Vorratsdatenspeicherung: Über diese Themen haben Teilnehmer des Landesfinales von „Jugend debattiert“ gestern wortreich gestritten. Die Besten sind nun fürs Bundesfinale qualifiziert. Fatima Abbas

Energydrinks sollten nicht verboten werden. Dafür hat der 14-jährige Niklas Wolf beim gestrigen Landesfinale des Rhetorikwettbewerbs "Jugend debattiert" plädiert. Seine Argumente überzeugten die Jury beim SR auf dem Halberg. 18 schlagfertige Debattanten traten dort in zwei Altersgruppen gegeneinander an. Doch nur vier Teilnehmer konnten sich am Ende durchsetzen: Der 14-jährige Niklas Wolf aus Illingen sicherte sich unter den Jüngeren den ersten Platz. Platz 2 belegte Isabel Zajonz vom Gymnasium Wendalinum in St. Wendel. Jetzt darf auchsie Ende Juni zum Bundesfinale nach Berlin. In den Jahrgangsstufen 11 bis 13 landete Jean-Marie Alexander aus Merzig auf Platz 1. Leidenschaftlich trat der 17-Jährige im gestrigen Landesfinale für die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung ein. Anders als die jüngeren Teilnehmer, die sich in der Endrunde mit Energydrinks befassten, debattierten die Schüler der höheren Klassenstufen über die Vorratsdatenspeicherung . Auch der 18-jährige Christoph Schneider vom Saarbrücker Willi-Graf-Gymnasium hat sich gestern als Zweiter für das Bundesfinale qualifiziert.

Pro Debatte traten vier Schüler gegeneinander an. Jeder Schüler erhielt zwei Minuten Redezeit, um seine eigene Position zu vertreten. Darauf folgten zwölf Minuten, in denen die Schüler ihre Argumente austauschen. Jeweils zwei Schüler vertraten eine Pro- oder eine Kontra-Position. Am Ende dufte jeder Teilnehmer seine Ergebnisse in einer Minute abschließend präsentieren.

Nach den Debatten erhielten die Schüler von einer Jury aus Journalisten und ehemaligen Wettbewerbsteilnehmern ein öffentliches Feedback. Bewertet wurden Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsführung und Überzeugungskraft. "Es ist wichtig, dass die Kritik wertschätzend und nicht in Dieter-Bohlen-Manier erfolgt", sagt Ansgar Kemmann von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die das Projekt "Jugend debattiert" vor 15 Jahren in Frankfurt ins Leben rief. In diesem Jahr nahmen im Saarland 3875 Schüler teil.