Tunnelarbeiten an der Mosel haben begonnen

Saarbrücken. Der Rückbau der Eisenbahnverbindung von Metz nach Trier hat am Wochenende begonnen. Für die nächsten 14 Monate ist die Strecke zwischen Wellen in Rheinland-Pfalz und Perl im Saarland gesperrt, weil der Tunnel bei Nittel mit einem Aufwand von knapp 30 Millionen Euro saniert werden muss. Bis zum nächsten Herbst wird der ausfallende Schienenverkehr durch Busse ersetzt

Saarbrücken. Der Rückbau der Eisenbahnverbindung von Metz nach Trier hat am Wochenende begonnen. Für die nächsten 14 Monate ist die Strecke zwischen Wellen in Rheinland-Pfalz und Perl im Saarland gesperrt, weil der Tunnel bei Nittel mit einem Aufwand von knapp 30 Millionen Euro saniert werden muss. Bis zum nächsten Herbst wird der ausfallende Schienenverkehr durch Busse ersetzt.

Mit der Sanierung des Nitteler Tunnels geht ein Rückbau der bisher weitgehend zweispurigen Strecke zwischen Trier und Thionville einher. Denn in dem Tunnel, der bisher ebenfalls zweigleisig ausgebaut war, wird die Bahn in Zukunft nur noch einspurig verkehren. Eine Sanierung des Tunnels bei einer Beibehaltung von zwei Gleisen wäre mehr als 30 Prozent teurer geworden, hatte die Bahn zuvor behauptet. Ursprüngliche Schätzungen für die Sanierung waren von 22 Millionen Euro bei einspurigem Ausbau und von über 30 Millionen bei zwei Gleisen ausgegangen. Mit der nun begonnenen Sanierung hat sich die Bahn über die Wünsche der regionalen Politik, der Verkehrsminister in Mainz und Saarbrücken sowie der Großregion hinweggesetzt.

Sowohl der Mainzer Hendrik Hering wie auch sein damaliger Saarbrücker Amtskollege Hanspeter Georgi hatten bei der Bahnspitze und im Bundesverkehrsministerium gegen den Rückbau der Strecke interveniert. Selbst die lothringischen Politiker im Interregionalen Parlamentarierrat (IPR) waren davon ausgegangen, dass die Beförderungskapazität auf der Obermoselstrecke erhalten bleiben müsse, allein schon im Hinblick auf den Anschluss an den Hochgeschwindigkeitszug in Metz. Selbst das Veto, das der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr in Trier gegen die Pläne der Bahn vorgebracht hatte, blieb ohne Erfolg. Jetzt wird befürchtet, dass durch den Vorrang des Güterverkehrs der Personenverkehr hier "auf der Strecke bleibt".

Bahn büßt Attraktivität ein

Von SZ-Redakteur

Gerhard Franz

Die Eisenbahn verringert in unserem Raum ihre Möglichkeiten. Mit dem Rückbau der Strecke an der Obermosel von zwei Gleisen auf eines ist ein deutlicher Kapazitätsverlust im Schienenverkehr verbunden. Darüber muss man sich um so mehr wundern, wenn man sich die Politiker durch die Bank in der Großregion anhört, die auf einen Vorrang des Schienenverkehrs setzen. Beklagt wird, dass die Pendler der Region zum überwiegenden Teil mit dem Auto zur Arbeit fahren. Wenn man aber der Alternative, der Eisenbahn, ein Stück ihrer Attraktivität raubt, darf man sich nicht wundern, wenn immer mehr Straßen verstopft sind.