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Tüftlergeist, der Flügel verleiht

Saarbrücken. Ob eine per Licht gesteuerte Tor-Erkennung oder eine voll flugfähige Drohne: Saarländische Jungforscher treibt vieles um. Gestern gab es dafür als Lohn bei „Jugend forscht“ an der Saar-Uni zahlreiche erste Preise. Fatima Abbas

Mathematik ist nur was für Jungs: Dieses Klischee kennen Isabelle Sauer und Anna Maiworm nur zu gut. "Mädchen können das genau so gut", sagen die beiden 16-jährigen, die am Freitag beim 50. Landeswettbewerb "Jugend forscht" - veranstaltet von der Industrie- und Handelskammer und dem Tüv Nord Bildung Saar - in der Kategorie Mathematik und Informatik den ersten Preis erhielten. Für ihren Beitrag zur mathematischen Grundlagenforschung schickt die Jury die Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums in Saarlouis Ende Mai zum Bundesentscheid nach Ludwigshafen. Mithilfe des sogenannten "Pattern Matchings" sei es ihnen gelungen, logische Aussagen zu vereinfachen. "Für den Laien ist unser Projekt schwer nachvollziehbar", sagt Anna Maiworm und lacht. Farbenfroher sind die Grafiken von Jannik Kulesha, der für seine 3D-Bilder ebenfalls einen ersten Preis in Mathematik erhielt.

Ein Überflieger im wahrsten Sinne des Wortes ist Matthias Riegler mit seinem "Quadrokopter". Der 18-jährige Abiturient aus Merzig überzeugte das Auswahlgremium mit einer selbst entwickelten Drohne. Sein Prototyp besitze "Marktreife", lobte die Jury. Einen weiteren ersten Preis in Technik erhielt der 15-jährige Joshua Petry aus Ottweiler. Seine Idee ist für den Tischfußball eine kleine Revolution. Beim Tischkicker würden Bälle oft "so schnell geschmettert", dass nicht immer eindeutig sei, ob und wann ein Tor falle, sagt der Neuntklässler. Selbst Schiedsrichter bei größeren Meisterschaften müssten sich bisher "allein auf ihr Gehör verlassen". Das könnte sich dank Joshuas Erfindung ändern: Bei seiner Tor-Erkennung werden Lichtsignale an einen Computer weitergeleitet, der den Spielstand zuverlässig anzeigt.

In der Kategorie Arbeitswelt belegten die Auszubildenden Stefan Brücker und Alessandro Alaimo den ersten Platz. Ihre Idee könnte in Zukunft für weniger Arbeitsunfälle sorgen: Sie entwickelten einen Mechanismus, der beim Bedienen von Winkelschleifern vor Verletzungen schützt. Auch Wolfgang Laudensack und Nico Savitteri vom Max-Planck-Gymnasium haben sich für den Bundesentscheid qualifiziert. Den Nachwuchs-Physikern ist es gelungen, mit einfachen Mitteln ein ionenangetriebenes Fluggerät zu entwickeln.

In den Kategorien Chemie, Biologie und Geowissenschaften gab es dieses Mal nur zweite und dritte Preise. Insgesamt nahmen 52 Bewerber von 15 Schulen und zwei Ausbildungsbetrieben teil. Vor genau 50 Jahren hatte der damalige "Stern"-Chefredakteur Henri Nannen den Wettbewerb ins Leben gerufen.


Zum Thema:

AUF EINEN BLICK:Die ersten Preise: Mathematik /Informatik: Jannik Kulesha (18), Arnold-Janssen-Gymnasium St. Wendel, Isabelle Sauer (16) und Anna Maiworm (16), Max-Planck-Gymnasium Saarlouis. Technik: Joshua Petry (15), Gymnasium Ottweiler, Matthias Riegler (18), Peter-Wust-Gymnasium Merzig. Physik: Wolfgang Laudensack (17) und Noco Savitteri (18), Max-Planck-Gymnasium Saarlouis. Arbeitswelt: Stephan Brücker (22) und Alessandro Alaimo (20), Thyssen-Krupp System Engineering Wadern. red