Tückisches Tief tobte in der Stadt

Saarbrücken · Sturmdienstag in Saarbrücken. Über Stunden hatte Niklas die Stadt im Griff. Das Tief goss Fluten über ihr aus und jagte zerstörerische Böen durch Straßen und Wälder. Kaum war ein Trümmerfeld beseitigt, da warfen die Winde den Rettern das nächste Chaos vor die Füße.

Feuerwehrautos markierten mit Blaulicht, umspült von eisigen Schauern, den Beginn der Trümmer- und Kleinholzschneisen. Hinter roten Kolossen mühten sich Helfer in leuchtenden Jacken durch umhergewirbeltes Geäst.

Motorsägen fraßen sich laut knurrend durch vom Wind niedergestreckte Stämme. Beispiel Lützowstraße: In diesem ruhigen Daarler Wohngebiet schufteten die Rettungskräfte im Nadelholzdickicht, um die Fahrbahn freizubekommen.

Sturm Niklas hielt die Rettungskräfte über Stunden in Atem und fand nach tückischen Pausen wieder und wieder zu verblüffender Kraft. Davor kapitulierten selbst Bäume, die seit Jahrzehnten allen Wetterlaunen getrotzt hatten. Zurück blieben Berge von Stämmen, Ästen, Zweigen, dazwischen umhergewirbelte Gartenmöbel, darüber ramponierte Dächer, deren lose Teile in der bebenden Luft wippten.

Rainer Peters, Einsatzleiter bei der Berufsfeuerwehr, sprach von "zahlreichen Einsätzen im Bereich der Landeshauptstadt sowie dem Regionalverband Saarbrücken ".

Allein 34 sturmbedingte Herausforderungen musste die Feuerwehr Saarbrücken bis zum Nachmittag meistern. Meist hatten umgestürzte Bäume und lose Gebäudeteile die Retter auf den Plan gerufen.

Es war so viel zu tun, dass Peters und die Haupteinsatzzentrale eine bewährte Teamarbeit leiteten. "Unterstützt haben uns die Löschbezirke der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken ." Das war umso wichtiger, als ja in der Großstadt nicht nur ein Sturm mit tückischen Überraschungen aufwarten kann.

So riss ausgerechnet während des Orkan-Dauereinsatzes beim Rangieren eines Lastwagens der Tank an einem Hindernis auf. 30 Liter Diesel gluckerten heraus. Ölbindemittel saugte die stinkende Brühe auf. Den übrigen Kraftstoff, 900 Liter, fingen die Feuerwehrleute in einer Wanne auf oder pumpten ihn in einen Behälter um.

In der Haupteinsatzzentrale der Feuerwehr am Hessenweg standen seit 7 Uhr die Telefone nicht mehr still. Denn zu den 34 Einsätzen in der Stadt kamen 20 weitere Alarme aus den umliegenden Regionalverbandskommunen.

Einsatzleiter Peters zog am frühen Abend eines harten Tages folgende vorsichtige Zwischenbilanz: "Das Unwetter hinterließ nur Sachschäden, Personenschäden waren zum Glück nicht zu verzeichnen."