Tschüss, Schule – und was kommt dann?

Der Saarbrücker Abi-Jahrgang 2016 hat die Schulzeit fast hinter sich und die höchsten Hürden auf dem Weg zum Abitur genommen. Jetzt geht's mit großen Plänen in den nächsten Lebensabschnitt. SZ-Mitarbeiter Nicolas Prantner hörte sich bei Gymnasiasten um. Die künftige Studentin: Anna Goerke (18), Gymnasium am Rotenbühl, will in Nordrhein-Westfalen ein Studium antreten. "Ich möchte in Bonn Politik und Geschichte studieren, nicht auf Lehramt, sondern auf Bachelor und Master . Geplant war ursprünglich Köln, aber da kann man Politik nicht auf Bachelor studieren," sagt die 18-Jährige.

Der Saarbrücker Abi-Jahrgang 2016 hat die Schulzeit fast hinter sich und die höchsten Hürden auf dem Weg zum Abitur genommen. Jetzt geht's mit großen Plänen in den nächsten Lebensabschnitt. SZ-Mitarbeiter Nicolas Prantner hörte sich bei Gymnasiasten um.

Die künftige Studentin: Anna Goerke (18), Gymnasium am Rotenbühl, will in Nordrhein-Westfalen ein Studium antreten. "Ich möchte in Bonn Politik und Geschichte studieren, nicht auf Lehramt, sondern auf Bachelor und Master . Geplant war ursprünglich Köln, aber da kann man Politik nicht auf Bachelor studieren," sagt die 18-Jährige.

Eine politische Laufbahn kann sie sich gut vorstellen. "Letztendlich weiß man ja nie, was die Zukunft bringt." Bis das Studium im Oktober losgehen kann, freut sie sich darauf, viele Konzerte und Festivals zu besuchen. In den Leistungskursen musste Anna in Mathe und Englisch schriftliche Prüfungen ablegen. In den Grundkursen standen Politik und Deutsch auf dem Programm. Für Politik startete sie bereits in den Herbstferien einen Lernmarathon. Ihr Fazit zur Schulzeit : "Ich habe Mathe zum Beispiel gemocht, aber bin auch froh, dass ich mich nicht mehr mit Vektoren befassen muss. Politik und Geschichte werde ich am meisten vermissen. Über manche Dinge stolpert man immer mal wieder im Alltag." Und die Lehrer ? "Ich werde ein paar Lehrer vermissen, andere überhaupt nicht, und wieder anderen stehe ich neutral gegenüber." Auf die Frage, wie sie mit den Schulkameraden klarkam, sagt Anna, sie werde hoffentlich mit manchen noch in zehn Jahren Kontakte pflegen.

Der handwerklich Begabte: Christoph Braun (19), Marienschule, kann gut mit Holz. Dass es mal in Richtung Schreinern gehen soll, wusste er schon seit der siebten Klasse. "Ich bin schon früh mit Schreinern in Berührung gekommen. Mein Opa war gelernter Schreiner und hat das immer als Hobby fortgeführt", sagt der 19-Jährige. In mehreren Praktika bewies er seine Fähigkeiten.

Danach hatte er die Wahl zwischen vier Ausbildungsbetrieben: "Ich kann schon sehr viel und hab' den Blick für bestimmte Dinge. Es gibt mir ein gutes Gefühl der Sicherheit, jetzt schon eine Zusage von einem Betrieb zu haben, bei dem für mich alles passt." Sein großes Ziel ist es, sich irgendwann einmal selbstständig zu machen. In Richtung Design kreativ zu werden reizt ihn besonders.

Die schriftliche Abiturprüfung legte er in den Leistungsfächern Englisch und Deutsch sowie den Grundkursen Geschichte und Mathe ab. Die Hauptvorbereitungen kosteten ihn dreieinhalb arbeitsreiche Wochen.

Die Schulzeit fasst Christoph Braun so zusammen: "Anfangs war mir Schule ein Graus. Nachher kam ich aber in eine Klasse mit nur 17 Leuten, und wir wurden ziemlich schnell eine Familie. Ich habe viele Freunde gefunden, mit denen ich öfter etwas privat mache. Das werde ich besonders vermissen."

Die Praxisorientierte: Alia Ali (21), Günther-Wöhe-Wirtschaftsgymnasium. Ein Studium kommt für Alia erstmal nicht infrage. Sie möchte mit einer Ausbildung in den nächsten Lebensabschnitt starten und denkt Richtung Buchhandel oder Verlagswesen. Ihre Entscheidung begründet sie so: "Bei einer Ausbildung kann man seine Qualitäten insgesamt besser kennenlernen und schon mal Geld verdienen. Studium wird halt vor allem theoretisch sein. Es gibt ja Studiumsmöglichkeiten zum Weiterbilden, das könnte ich mir dann vielleicht vorstellen." Alia hat sich auf dem Weg zum Abitur von der Hauptschule über die Realschule bis schließlich zum Gymnasium durchgekämpft.

In der Abiturprüfung hatte sie Betriebswirtschaftslehre und Deutsch als Leistungskurse, Mathe und Französisch als Grundkurs. Sie bereitete sich zwei bis drei Monate vor. Allgemein rät sie kommenden Prüflingen, rechtzeitig mit dem Lernen anzufangen und nichts vor sich herzuschieben. Ihre Schulzeit fasst sie mit gemischten Gefühlen zusammen: "Es gab schöne Zeiten, aber es konnte auch manchmal Folter sein." Über das bevorstehende Ende der Zeit auf dem Gymnasium freut Alia sich jedenfalls vorerst, auch wenn ihr Umfeld öfter von der "schönsten Zeit des Lebens" schwärmt. Außerdem wartet da ja noch die Berufsschule.

Die Auslandspraktikantin: Shudi Zhang (18), Otto-Hahn-Gymnasium. Nicht auf die Uni oder in die Ausbildung geht es für Shudi nach dem Abi, sondern ein Jahr nach China: "Ich möchte in einem Labor Praktikum machen und mein Chinesisch aufbessern." Ende August ist es dann soweit. "Meine Familie zieht komplett weg. Meine Eltern wohnen schon teilweise in China und pendeln zurzeit noch." Danach fliegt sie aber allein nach Deutschland zurück: Sie möchte, auf dem Praktikum aufbauend, Biochemie an der Universität Heidelberg studieren.

Ein Studium an einer chinesischen Universität ist für sie weniger attraktiv: "Das Studium in China ist nicht so hoch anerkannt wie an einer deutschen Uni." Shudis Prüfungsfächer waren Mathe und Englisch als Leistungskurse sowie Deutsch und Geschichte als Grundkurse. Seit den Osterferien hat sie sehr viel Geschichte gebüffelt - und ein bisschen Mathe. Für Englisch und Deutsch taten es zwei Tage vor Prüfungsbeginn. "Ich glaub schon, dass ich die Schulzeit vermissen werde, da ich jeden Tag meine Freunde sehen konnte. Manchmal war es stressig, aber doch relativ einfach. Ich werde viele Erinnerungen behalten", sagt die 18-Jährige. Mit ihrer Stufe steht noch eine gemeinsame Klassenfahrt auf dem Programm. Diesmal ohne Lehrer .

Der Kombinierer: Tim Scheuer (18), Gymnasium am Rotenbühl. Ausbildung oder Studium? Tim hat sich für beides entschieden und erfolgreich beworben: "Ich habe mich schon immer für Computer interessiert und hatte immer Spaß daran, neue Dinge zu lernen. Dass die Commerzbank mich für ein duales Studium in Wirtschaftsinformatik angenommen hat, passte einfach perfekt."

Im Abi hatte Tim in den Leistungskursen Englisch und Deutsch sowie den Grundkursen Mathe und Erdkunde bilingual schriftliche Prüfungen. Bei der Vorbereitung haben ihm neben Aufzeichnungen und Zusammenfassungen auch schon mal das ein oder andere Video im Internet geholfen, um ältere Lerninhalte aufzufrischen. Übungen anhand ehemaliger Klausuren und Abiturprüfungen waren ebenfalls sehr hilfreich. "Fehlen wird mir bestimmt, meinen Freundeskreis fast täglich zu sehen. Und die ein oder andere lustige Unterrichtsstunde." Auch sein etwa zehn Meter kurzer Schulweg wird Tim bestimmt noch lange positiv im Gedächtnis bleiben.

Es gibt aber auch Dinge, die ihn weniger nostalgisch stimmen: "Fehlen werden mir sicherlich nicht der Klatsch, wer doch jetzt wie cool sei und wer mit wem was hatte." Endlose Stunden, Lernen für unliebsame Fächer sowie manche Lehrer fallen für ihn ebenfalls in diese Kategorie.

Die Abenteuerlustige: Melina Heuft (19), Gymnasium am Rotenbühl. Melina zieht es in die weite Welt: "Ich habe für August bereits einen Flug nach Australien gebucht. Dort mache ich dann ,Work and Travel' auf einer Pferderanch. Da ich selbst Pferde habe, hat sich das angeboten."

Dort bleibt sie voraussichtlich für ein halbes Jahr. Falls das nicht reicht, macht sie auf einer anderen Ranch weiter, bis ein Jahr um ist. Für den Aufenthalt in der Ferne ist sie gerüstet: Englisch beherrscht sie bestens. Ein dicker Brocken vor dem Abi war der Geschichtsstoff.

 Christoph Braun. Foto: Sonja Hauer
Christoph Braun. Foto: Sonja Hauer Foto: Sonja Hauer
 Alia Ali. Foto: Andreas Brück
Alia Ali. Foto: Andreas Brück Foto: Andreas Brück
 Shudi Zhang. Foto: Zhang
Shudi Zhang. Foto: Zhang Foto: Zhang
 Tim Scheuer. Foto: Tim Scheuer
Tim Scheuer. Foto: Tim Scheuer Foto: Tim Scheuer
 Melina Heuft. Foto: Stefan Heuft
Melina Heuft. Foto: Stefan Heuft Foto: Stefan Heuft

Für die liebe Mathematik holte sie sich Nachhilfeunterricht. In Deutsch und dem Steckenpferd Englisch war eine längere Vorbereitung nicht nötig. Zur Schule fallen ihr zwei Worte ein: "Geile Zeit. Ich hatte eine geniale Stufe. Manche Lehrer haben es geschafft, einen immer wieder aufzubauen, auch wenn man mal eine total unmotivierte Phase hatte." Nach dem Australien-Abenteuer möchte sie in Saarbrücken Geschichte auf Bachelor und Master studieren. In den Nebenfächern will Melina sich verstärkt mit Sprachen und anderen Kulturen befassen. Und dann? Ein Auslandssemester in Japan ist schon in Planung. Entsprechende Sprachkenntnisse besitzt die 19-Jährige bereits. Ihr großer Traum ist es, dort bei einem Verlag Fuß zu fassen.