Trio verpasst musikalische Möglichkeiten von Gouvy

Saarbrücken. Die Werke von Louis Théodore Gouvy in Saarbrücken aufzuführen, bedeutet genau genommen, ein Heimspiel zu haben. Denn der Deutschfranzose wurde 1819 im Stadtteil Schafbrücke geboren

Saarbrücken. Die Werke von Louis Théodore Gouvy in Saarbrücken aufzuführen, bedeutet genau genommen, ein Heimspiel zu haben. Denn der Deutschfranzose wurde 1819 im Stadtteil Schafbrücke geboren. Zwar ist die letzten Jahre immer mal wieder eines von Gouvys Werken auf hiesigen Notenständern gelandet, aber es dürfte gerne etwas mehr von seinen zwischen Brahms, Liszt und Saint-Saens angesiedelten Kompositionen sein. Lobenswert daher der Vorstoß des Musikwissenschaftlichen Institutes der Universität des Saarlandes, des Institut d Études Françaises sowie des Gouvy-Institutes, zu einem Konzert mit Klaviertrios in die Aula der Universität zu laden. Ob es sich bei Denis Clavier (Violine), Claire Breteau (Cello) und Andreas Meyer-Hermann (Klavier) um ein kontinuierlich arbeitendes Ensemble handelt, muss jedoch bezweifelt werden. Während Gouvys erstem Klaviertrio entstand nämlich der Eindruck einer entweder zu knapp bemessenen Probenzeit oder einer nur oberflächlichen Beschäftigung mit der Partitur. Da wurde weder interpretatorisch in Tiefen geschürft noch in romantischen Melodielinien geschwelgt. Schade, denn Gouvys Werk bietet von allem was. Auch ansonsten agierte jeder in der Truppe lieber für sich, was nicht nur zu einer Menge an verpassten musikalischen Möglichkeiten, sondern streckenweise zu, man kann es ruhig offen sagen, erheblicher Langeweile führte. Tauwetter gab es erst in Debussys Trio, wo Clavier lebhafter agierte und bei seinen Kollegen einen Hauch von Emotionen wecken konnte. sad

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort