Traurige Panne auf Tierfriedhof

Hündin Jill war der Sonnenschein im Leben ihrer Besitzer. Deshalb wollten sie nach Jills Tod ein kleines Grab auf dem städtischen Tierfriedhof. Daraus wurde nichts. Das tut auch denen leid, die sich um die Sache kümmern sollten.

Jill brachte Freude. Tag für Tag war das so, seit sie vor gut 14 Jahren aus dem Tierheim Forbach kam. Die Hündin liebte ihre Besitzer, die SZ-Leser-Reporter Jutta Mayer und Herbert Weber. Die Katze, die später einzog, und Jill wurden auch sofort gute Freunde. "Das war Liebe auf den ersten Blick", sagt Mayer. Noch helfen die schönen Erinnerungen kaum über Jills Tod hinweg. Sie hatte Krebs. Ein Tierarzt musste sie einschläfern. Jetzt liegt sie auf dem Tierfriedhof Habsterhöhe.

Aber Jills Grab werden Jutta Mayer und Herbert Weber dort nicht finden. "Unser Hund wurde irgendwo verbuddelt. Wir sind untröstlich, dass wir nie erfahren werden, wo."

Jills Besitzer hatten geglaubt, sie könnten bei der Beerdigung dabei sein und dürften ihrem Liebling ein kleines Grab herrichten. Beides sichert der städtische Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb, der den Tierfriedhof betreibt, den Besuchern seiner Internetseite auch zu. Was ging schief?

Die Sprecherin des ZKE, Judith Pirrot, fand es heraus. "Durch ungeklärte Umstände war an einem Wochenende die Tür zur Kühlkammer nicht ordnungsgemäß verschlossen. Daher war montags ein sofortiges Begraben der Tiere notwendig. Hierdurch konnten wir den vereinbarten Termin nicht einhalten. Das bedauern wir sehr." Häufig seien derlei Pannen aber nicht. Und der Friedhof ist nicht nur für Tiere aus Saarbrücken da. "Jeder kann dort sein Haustier bestatten lassen." Gemeint sind allerdings nur kleinere Haustiere , etwa Meerschweinchen, Katzen, und Hunde, nicht aber Nutz- und Zuchttiere sowie Wild. 300 Haustiere pro Jahr bekommen auf dem Tierfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Die Mindestruhezeit beträgt drei Jahre. Danach kann der ZKE die Gräber abräumen, einebnen und wiederbelegen. Viele Ruhestätten sind inzwischen offenbar deutlich älter.

Auf den Ablauf der Begräbnisse und die Beschwerdequote angesprochen, erwidert Pirrot: "Die meisten lassen ihr Tier anonym begraben. Beschwerden sind absolut selten und kamen in den letzten Jahren nicht vor." Dagegen seien manche enttäuscht, dass ein richtiger Grabstein oder eine Grabplatte nicht möglich sind. Wer das Grab aufwendiger gestalten wolle, müsse sich an private Tierbestatter wenden. Außerdem könne der ZKE das Gelände von den Gebühren für die Bestattung her nicht so pflegen wie eine Grünanlage.

"Unsere Mitarbeiter holen Tierkörper bei Ärzten oder beim Besitzer ab", sagt Pirrot. Bestattungen sind einmal pro Woche, meist freitags. Die Leute vom ZKE kennzeichnen, falls gewünscht, das Grab. Einen Anspruch auf eine bestimmte Stelle hat der Halter nicht. Auch kann der ZKE die Tiere nicht einäschern. Und was ist, wenn Besitzer ihren Gefährten daheim bestatten wollen?

Pirrot sagt, das gehe im Saarland, sofern das Grab nicht an öffentlichen Wegen und Plätzen liegt. Wasserschutzgebiete sind tabu. Und eine mindestens 50 Zentimeter dicke Erdschicht muss den Körper bedecken. Nicht zuletzt weil vielen - auch Jills Besitzern - diese Möglichkeit fehlt, wenden sie sich an den ZKE.

Zum Thema:

Auf einen Blick Ansprechpartner sind Dietmar Schneider und Wilfried Philippi, Tel. (06 81) 9 05 71 56, -71 94 oder (01 73) 3 11 22 00. Mails an: zkt-tierfriedhof@saarbruecken.de. Den Tipp für den Artikel gaben uns Jutta Mayer und Herbert Weber aus Etzling. Leser-Reporter erreichen uns unter Tel. (06 81) 59 59 800, leser-reporter@sol.de red