„Traumschau“ – Filmreihe im Kino Achteinhalb

(red) Der Traum steht im Mittelpunkt der Filmreihe "Traumschau", die ab Mittwoch, 24. Mai, im Kino Achteinhalb im Nauwieser Viertel stattfindet. Der Regisseur Ingmar Bergman äußerte einmal, es gebe keine Kunstart, die den Traum so gut vermitteln könne wie der Film. Wenn es im Kino dunkel wird und wir "in ein Geschehen hineingezogen werden - da sind wir Teilnehmer in einem Traum. Und Träume herzustellen, das ist ein Fest". Zu drei solchen Festen fernab der Alltagswahrnehmung lädt das Graduiertenkolleg "Europäische Traumkulturen" in Kooperation mit dem Saarbrücker Kino Achteinhalb ein.

Das interdisziplinäre Kolleg ist ein Forschungs- und Qualifizierungsprogramm für Doktoranden. Es untersucht, wie Träume im europäischen Kulturraum vom Mittelalter bis in die Gegenwart in den Künsten dargestellt werden. Die Filmreihe ist eines von fünf öffentlichen Kulturprojekten, die Doktorandinnen und Doktoranden des Kollegs organisieren.

Vor jedem Film geben die Doktoranden Hannah Yasmine Chegwin, Myriam Gindorf und Julian Lucks eine kurze Einführung.

Am Mittwoch, 24. Mai, 20 Uhr, steht der Film "Der Spiegel" von Andrei Tarkowski (UDSSR 1974, OmU) auf dem Programm: "Worte können unsere Gefühle nicht ausdrücken. Sie sind schlaff", sagt der sterbende Alexej ins Telefon. In zersplitterten Episoden spiegeln sich Facetten menschlichen Werdens und Vergehens ineinander, bis sich die Orientierung in Erinnerungs- und Traumbildern auflöst. Oft als Tarkowskis Meisterwerk betrachtet, ist "Der Spiegel" gleichzeitig sein rätselhaftester Film.

Am Mittwoch, 31. Mai, 20 Uhr, wird der Jan {Scaron}vankmajers Film "Etwas von Alice" (CS/CH/UK/D 1988, OmenglU) gezeigt: "Durch eine kunstvoll-düstere Kombination aus Stop-Motion-Animation und Realfilm gelang die wohl eindrucksvollste Verfilmung der bekannten Erzählung über das Mädchen, das einem weißen Hasen durch bizarre Szenerien folgt", heißt es in der Pressemitteilung. Für manche Künstler sei der "militante Surrealist {Scaron}vankmajer ein Vorbild - und Hieronymus Bosch hätte sicher auch an seinen Alptraumgestalten Gefallen gefunden", heißt es weiter.

Federico Fellinis "Die Stimme des Mondes" (I 1990, OmU) läuft am Mittwoch, 7. Juni, 20 Uhr. In Fellinis letztem Film versucht Salvini (Roberto Benigni) - als nie aus seiner Kindheit erwachter Träumer - die Stimme des Mondes zu verstehen, um endlich frei und sicher zu sein.

Alle Aufführungen sind öffentlich und mit Einführung und finden im Kino Achteinhalb in der Nauwieser Straße 19 (Hinterhof) statt. Karten zu 6/5 Euro gibt es an der Kinokasse.

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