Tipps und mehr kamen wieder gut an

Der Frauengesundheitstag zog am Samstag wieder Hunderte ins Saarbrücker Schloss. Es ging um alle möglichen Aspekte von Gesundheit, Wohlbefinden und Prävention.

So mucksmäuschenstill wie an diesem Samstag um kurz nach drei Uhr ist es im Festsaal des Saarbrücker Schlosses selten. Um die hundert Frauen, viele schon jenseits der 50, sitzen an Bistrotischen und lauschen gebannt dem Vortrag von Gitta Arnzen. Unter dem Motto "Just do it!" erklärt die Kölner Sexologin, was Frauen tun können, um genussvoll zum Höhepunkt zu kommen und gibt dazu praktische Tipps. So offen wird selten über das Thema gesprochen und das, ohne dass Peinlichkeit aufkommt.

Der Vortrag war nicht der einzige, mit dem der Frauengesundheitstag mal wieder ins Schwarze getroffen hat. Die Veranstaltung, mit der das Frauenbüro des Regionalverbands Frauen ein Forum bieten will, um sich über alle möglichen Aspekte von Gesundheit, Wohlbefinden und Prävention zu informieren, zog am Samstagnachmittag wieder Hunderte von Bürgerinnen ins Saarbrücker Schloss. Gerade die Vorträge im Festsaal hätten großen Anklang gefunden, die Frauen seien sehr zielgerichtet dort hingekommen, hat Frauenbeauftragte Birgit Amrath festgestellt. Was sie da über geschlechtsspezifische Unterschiede bei Krankheiten erfahren habe, etwa dass Frauen bei Herzinfarkt andere Symptome hätten, sagte eine 53-jährige Saarbrückerin, sei für sie ganz neu gewesen.

Die Familientherapeutin Nelly Schuh staunte, dass sich nach ihrem Vortrag über seelische Aspekte des Essverhaltens um die 40 Frauen im zugehörigen Workshop einfanden. "Das hat mich sehr gefreut, denn das ist ja ein sehr intimes Thema". Auch die diversen Gesundheits-Checks waren wieder sehr gefragt. So auch der Sehtest des Gesundheitsamtes, obwohl man den jederzeit auch bei seinem Augenarzt machen kann. "Bei sehr vielen Frauen kam heraus, dass sich ihre Sehstärke sehr verändert hatte", resümiert eine Amts-Mitarbeiterin. Vielleicht falle es den Älteren jenseits der 60 ja nicht so leicht, zum Arzt zu gehen, vermutete sie als Grund. Beim Koordinations-Fähigkeits-Test, den Michael Müller vom Fitness-Studio Rapid auf einem Bioaging-Gerät anbot, bekam so manche Frau einen Schreck: "Dem Ergebnis nach ist mein biologisches Alter 58, dabei bin ich erst 53", seufzte eine Kandidatin und nahm es als Ansporn, mehr Sport zu treiben. Während man von der Mitarbeiterin am Stand einer Familienberatungsstelle hörte, es sei diesmal stiller als sonst, berichtete eine Kosmetikerin: "Unsere Gesichtspflege-Verwöhnstunden waren alle ausgebucht". Das könnte auch an der Unübersichtlichkeit der Räumlichkeiten liegen, ein oft genannter Kritikpunkt. Eine Besucherin regte daher an: "Im Eingangs-Foyer müsste man Flyer bekommen und am besten auch einen Raumplan".