Tiefschlaf statt Frühlingserwachen

Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken wollten eigentlich eine Trotzreaktion auf die 0:3-Klatsche beim TSV Crailsheim vor einer Woche zeigen. Doch das Zweitliga-Spiel am Sonntag gegen den ETSV Würzburg endete nur torlos.

Es ist Frühlingsanfang. Die Natur erwacht zum Leben. Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken allerdings noch nicht. Vergangene Woche wurde bei der 0:3-Niederlage beim TSV Crailsheim die Spielfreude zurückgeschnitten und sollte eigentlich am Sonntag gegen den ETSV Würzburg wieder nachwachsen. Doch das Aufblühen des Saarbrücker Zweitligisten blieb vor rund 130 Zuschauern aus - das ereignisarme 0:0 glich eher einem tristen Herbsttag.

Schon nach 24 Minuten musste mit Jacqueline De Backer eine der wichtigsten Offensivspielerinnen des FCS das Spiel wegen einer Oberschenkelblessur verlassen. Wie wichtig die quirlige Angreiferin für ihre Mannschaft ist, wurde am Sonntag wieder deutlich - denn ohne De Backer fehlte Saarbrücken die nötige Durchschlagskraft und Schnelligkeit vor dem gegnerischen Tor.

Nur vier Minuten später musste Sarah Karnbach mit der Trage vom Spielfeld gebracht und ins Krankenhaus gefahren werden - Verdacht auf Bänderverletzung im linken Knie. Karnbach war erst im Winter nach langer Verletzungspause wieder ins Team zurückgekehrt. "Wir haben zwar noch nichts gehört, aber wir, das Team, hoffen nur das Beste für Sarah. Hoffentlich kommt sie bald wieder auf die Beine", sorgte sich Mitspielerin Lena Ripperger.

Trainer Winfried Klein sprach schon von einer "Katastrophe". Zur ersten Halbzeit hat er ähnliche Worte gefunden: "Nachdem ich heftig in der Kabine interveniert habe und die fehlende Laufbereitschaft angesprochen habe, hat sich das in der zweiten Halbzeit verbessert und wir haben uns Chancen erspielt. Aber wenn diese nicht reingehen, dann geht es halt unentschieden aus."

Doch was tun? "Im Moment ist der Wurm drin. Unsere Trainingsleistung ist nicht mehr so wie in der Hinrunde. Ich glaube, wir ruhen uns auf dem dritten Platz aus", sagte Alessia Jochum. Zwar konnte der FCS Tabellenplatz drei halten, doch die nächsten Gegner lauten Tabellenführer SC Sand, Verfolger Bayern München II und der Tabellenzweite 1. FC Köln. "Vielleicht ist es ein Vorteil, wenn Sand uns jetzt unterschätzt. Klar, wir fahren dort mit einem Selbstbewusstsein hin, das nicht gerade das größte ist. Aber wie sagt man: Ein angeschlagener Boxer ist am gefährlichsten", sagte Julia Leykauf.

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