Theoretisches Wissen um die Praxis erweitern

St. Ingbert. 14 angehende Maschinenbautechniker der Techniker- und Meisterschule der Handwerkskammer Saarbrücken besuchten vor einigen Tagen die Willy Voit GmbH in St. Ingbert, um das theoretische Wissen um die Praxis zu erweitern. Damit man diese Schule besuchen kann, sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens 18 Monate Arbeitsnachweis in den jeweiligen Berufen Voraussetzung

St. Ingbert. 14 angehende Maschinenbautechniker der Techniker- und Meisterschule der Handwerkskammer Saarbrücken besuchten vor einigen Tagen die Willy Voit GmbH in St. Ingbert, um das theoretische Wissen um die Praxis zu erweitern. Damit man diese Schule besuchen kann, sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens 18 Monate Arbeitsnachweis in den jeweiligen Berufen Voraussetzung. Die zukünftigen Techniker befinden sich derzeit im zweiten Semester ihrer zweijährigen Ausbildung - der sogenannten Grundstufe.Gelernt wird in Vollzeit, was bedeutet, dass sie ihre Arbeit kündigten, um noch mal die ganze Woche die Schulbank zu drücken. Da sorgen natürlich solche Vor-Ort-Besuchstermine wie bei dem Stanz- und Metallwerk Voit für eine willkommene Abwechslung. An den Fragen, die Ausbilder Udo Cloß gestellt wurden, merkte man, dass die Jungs echtes Interesse hatten an dem, was sie gezeigt bekamen. Nach einem einleitenden "Schnelldurchlauf" zum Voit-Firmenprofil und der Produktpalette nahmen sie mit, dass "fast in jedem Auto ein Teil von Voit steckt".

Udo Cloß ließ aber keinen Zweifel daran, dass "das Lernen selbst dann kein Ende hat, wenn der Schein gemacht ist, denn dann muss man sich spezialisieren." Das klang für die Besucher aber nicht wie eine Drohung - für sie ist es selbstverständlich und eine Herausforderung. Fertigteile aus Alu, die im Hundertstel-Millimeter-Bereich gegossen werden, das technische Know-how und die Flexibilität der Firma nötigten den Schülern Respekt ab. Dabei zahlt sich die abgeschlossene Berufsausbildung aus, denn mit einigem sind sie schon vertraut: "Mit diesem Programm habe ich auch schon geschafft. Da kann ich ja nachher gucken, ob ihr das auch richtig macht." Der Spaß kam neben dem Wissenszuwachs und dem Erfahrungsaustausch also nicht zu kurz und aus den geplanten zwei Stunden Betriebsführung wurden locker drei.

Auch das Arbeitsklima in der Firma scheint zu stimmen, denn bereitwillig und engagiert gaben Mitarbeiter wie Stefan Vogelgesang selbst nach einem langen Arbeitstag noch gerne Informationen. Ausbilder Cloß benutzte an diesem Tag mehrmals stolz das Wort "Eigengewächs", denn viele seiner ehemaligen Auszubildenden kehrten zurück zu ihren Ursprüngen. Einige absolvierten auch den Bildungsweg, den die zukünftigen Techniker beschreiten. Viel zu kurz war die Zeit in den Abteilungen Konstruktion, Qualitätssicherung, bei den Erodierern, wo mithilfe eines Lichtbogens Material abgetragen wird, und am CAM-Arbeitsplatz, wo die Modelle entwickelt und "computerlesbar" umgewandelt werden. "Interessant", "Wahnsinn, die Möglichkeiten bei den Simulationsprogrammen" oder einfach nur "Toll!" - das waren nur einige der Äußerungen, die beim Rundgang fielen.

Und da erübrigt sich die Frage, ob es sich für die Schüler gelohnt hat, ihren Schultag in St. Ingbert zu "verlängern". "Das Lernen hat selbst dann kein Ende, wenn der Schein gemacht ist."

Udo Cloß,

Ausbilder