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Theis sieht Chancen fürs Saarland durch neue französische Region

Theis sieht Chancen fürs Saarland durch neue französische Region

Die Frankreich-Strategie des Saarlandes stoße im Elsass auf großes Interesse, sagt CDU-Mann Roland Theis. Den Inlandsfranzosen der neuen Region ALCA müssten die Vorteile der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit noch schmackhaft gemacht werden.

. Wenn Lothringen zum Jahreswechsel 2015/16 mit dem Elsass und der Champagne-Ardenne zur Region ALCA fusioniert, stehen das Saarland und die Großregion Saar-Lor-Lux plötzlich einem sehr viel größeren Partner gegenüber. Für das Saarland könnten sich dadurch sogar bessere Chancen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ergeben, findet Roland Theis , europapolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion . So eröffne ALCA etwa einen besseren Zugang zum Elsass. Damit erhalte man einen wirtschaftlich starken neuen Partner, bei dessen Politikern und Unternehmern die Frankreich-Strategie des Saarlandes bereits auf große Resonanz gestoßen sei, sagt Theis.

Philippe Richert, der Präsident der Region Elsass, habe viel Erfahrung mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit und betreibe sie mit großem Engagement. Die Aussichten, dass die französischen Konservativen die neue Region für sich gewinnen und damit Richert aus den französischen Regionalwahlen im Dezember als künftiger Präsident der Region ALCA hervorgehen wird und Hauptansprechpartner werde, stehen laut Theis nicht schlecht. Mit Patrick Weiten, dem aktuellen Ratspräsidenten des Departements Moselle, habe man einen weiteren Verfechter der grenzüberschreitenden Kooperation, der in der künftigen Region ALCA eine wichtige Rolle spielen werde.

Einerseits müsse man erst einmal abwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln, andererseits mit den neuen französischen Institutionen das Gespräch aufnehmen, um für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen der Großregion zu werben, meint Theis.

Die Wallonen, die derzeit dem Gipfel der Großregion vorsitzen, hätten dies bereits angekündigt. "Man muss den Leuten aus Troyes, Colmar oder Châlons-en-Champagne jetzt erklären, was sie leistet und inwiefern auch sie als Inlandsfranzosen davon profitieren", sagt Theis.

Auch Roger Cayzelle, Gewerkschafter und Präsident des Wirtschaftsausschusses der Region Lothringen (CESEL), plädiert für Geduld. Die Großregion habe gemeinsame Strukturen aufgebaut, die sich nicht so einfach wieder zerstören ließen, sagt der Lothringer. Auch er sieht gute Chancen für eine Kooperation mit dem Elsass. Langfristig sollte man als Großregion auch mit Baden-Württemberg kooperieren, rät er, "aber nicht zu schnell".