TBS-Handball bleibt bestehen

Nach ungewissen Wochen herrscht nun Klarheit: Der TBS Saarbrücken wird auch kommende Saison seine Handball-Mannschaften wie gewohnt in den Ligabetrieb schicken. Die Besetzung der Teams ändert sich aber.

Lange Zeit war unklar, ob die Herren-Handballer des TBS Saarbrücken überhaupt eine Mannschaft für die kommende Saison in der Saarlandliga stellen würden. Der Grund waren finanzielle Verteilungsprobleme innerhalb des Vereins. Nun haben die St. Johanner für die kommende Saison eine Saarlandliga-Mannschaft gemeldet. Diese wird aber zum größten Teil aus Akteuren der zweiten Mannschaft und Jugendspielern bestehen. Daneben wird es weiterhin ein zweites Herrenteam in der Verbandsliga, drei Damen-Mannschaften (vermutlich Saarlandliga, Bezirksliga, B-Liga) und die Jugend-Teams geben.

Neben Budgetkürzungen seitens des Vereins, litt die gesamte Handball-Sparte zuletzt vor allem darunter, dass sie laut Dieter Wacker, der unlängst sein Amt als Trainer der Damen niederlegte, nicht mehr ihre Sponsorengelder für die Auslagen der Spieler und für die Trainergehälter zur Verfügung gestellt bekam. "Die Kürzungen im Budget haben wir hingenommen. Alles, was wir vom Vereinsvorstand wissen wollten, war, ob wir weiterhin mit unseren Sponsorengeldern rechnen können. Diese hätten gereicht, um den laufenden Spielbetrieb zu finanzieren", sagte Wacker. Vier Spieler reagierten in der Winterpause und verließen die Herrenmannschaft. Nach der Saison wird der Großteil des Teams folgen.

Die Budgetkürzungen waren für den Vorstandsvorsitzenden des TBS, Rudi Adams, ein notwendiger Schritt: "Die Handballer machen etwa 16 Prozent unserer Sportler aus, verbrauchen aber viel mehr Geld als alle anderen Sparten. Für mich geht es um ein soziales und faires Miteinander. Es kann nicht sein, dass eine Minderheit so viel Geld ausgibt und die restlichen Mitglieder deswegen verzichten müssen."

Die Entscheidung, das Geld künftig ausgeglichener auf alle Sparten zu verteilen, sei darüber hinaus kein Alleingang der Vorstandschaft gewesen. "Vor meiner Wahl zum Vorstandsvorsitzenden habe ich diese Punkte unmissverständlich kommuniziert und wurde dann mit großer Akzeptanz gewählt. Diese Ausgabenpolitik wurde auch von unserem Turnrat, der aus allen Abteilungsleitern - also auch aus Handballern - besteht, mitgetragen. Nun kann man diese Beschlüsse nicht einfach wieder knicken. Ich verstehe diesen Aufschrei immer noch nicht", erklärte Adams.

Den Vorwurf, dass der Vorstand die Sponsorengelder seit Saisonbeginn nicht mehr zur Verfügung stellte, weist Adams von sich: "Die Sponsorengelder wurden nie eingefroren. Wenn die Handballer mehr Geld ausgeben wollen, brauchen sie ein größeres Sponsoring. Wenn unser Verein wachsen soll, kann Leistungssport nur im finanziell verträglichen Rahmen stattfinden. Er darf den Breitensport nicht dominieren. Der TBS kann keine teuren Spieler mästen." Dem gegenüber steht die Aussage von Herren-Trainer Tony Hennersdorf, dass weder er noch seine Spieler seit Jahreswechsel Gehaltszahlungen vom Verein erhielten: "Dass Handball Geld kostet, ist klar. Nur hätte man sich früher zusammensetzen müssen, um einen langfristigen Plan zu entwickeln. Dies ist jedoch nicht geschehen und man hat uns am langen Arm verhungern lassen. Nun ist die Mannschaft auseinandergebrochen. Manche Spieler waren über 20 Jahre im Verein. Da geht es auch um den Umgang mit ihnen."