Tänze in prachtvollen Kostümen

Mal treten sie als „Jasmin“ auf, mal als „Sudaruschki“ – es kommt ganz darauf an, in welcher Konstellation, in welcher Kleidung, zu welcher Musik, mit welcher Frisur die sieben Frauen tanzen, die in Püttlingen üben.

"Rund um die Welt", lautet das Motto der Tanzfolklore-Gruppe, die dienstags und donnerstags in der Köllertaler Integrationsstelle für Zugewanderte (KIZ) im Püttlinger Unternehmerzentrum unter Leitung von Olga Amann trainiert. "Weltreise" ist auch das Motto einer Veranstaltung am 15. März, die die Gruppe zum Internationalen Frauentag im Kultursaal der Köllertalhalle in Walpershofen organsiert.

Die Tänzerinnen treten mal als Gruppe "Jasmin" auf, mal als "Sudaruschki", was in etwa einem galanten Gnädige-Frau mit Verbeugung zur Zarenzeit entspricht. Es kommt ganz darauf an, in welcher Konstellation, in welcher Kleidung, zu welcher Musik, mit welcher Frisur die sieben Frauen tanzen. Das Repertoire ist groß. Allein acht Bauchtänze mit Kerzen, Fächern, Schleiern, mit Trommelsolo und mit Zimbeln haben sie im Programm. Sie präsentieren griechischen Sirtaki ebenso wie russischen Horowodnaja.

Mit den russischen Volkstänzen hat Sudaruschki die Jury beim Musik-Festival in Kaiserslautern überzeugt und 2013 in der Sparte Volkstanz den zweiten Platz belegt. Tanztrainerin Olga Amann aus Völklingen hat in Kasachstan eine Ausbildung in klassischem Ballett und Volkstanz gemacht. Die anderen Frauen, sie stammen ebenfalls aus der ehemaligen Sowjetunion, sind Hobbytänzerinnen. 2009 ging das Training los. "Eigentlich war es anfangs als Ausgleich zur Arbeit gedacht. Tanz statt Fitnessstudio", erzählt Larissa Pfeifer, Friseurin aus Saarbrücken. "Aber jetzt sind wir ein Herz und eine Seele", ergänzt Tatjana Reger, Krankenschwester aus Püttlingen. Mit "Dehnen, Aufwärmen, Spagat, ein bisschen Yoga, dann Tanzschritte", fasst Alicia Schäfer aus Riegelsberg das normale Trainingsprogramm zusammen.

Bei unserem Besuch zeigen sich die Tänzerinnen in voller Schönheit und prachtvollen Kostümen. In winzigen Schritten auf Zehnenspitzen gleiten sie in bodenlangen Reifröcken durch den Saal. Sie drehen sich wie Figuren einer Spieluhr, wirken schwerelos wie Schwäne auf der Wasserfläche. Wenig später legen die Tänzerinnen die langen Zöpfe als Kranz um den Kopf, tauschen die hellblauen Brokatkleider gegen weiße Blusen und kurze rote Rosenkleider. Der nächste russische Tanz wird temperamentvoll. Die Tellerröcke fliegen, die Schuhe klacken wie beim Stepptanz. Je weiter die Vorführung fortschreitet, desto farbenfroher wird das Bild. Ganz neu ist der Gipsytanz, bei einer Silvestergala in Homburg haben sie ihn erstmals gezeigt. Mit wehenden schwarzen Haaren, klimpernden Gürteln und langen superweiten Kleidern rauscht die Truppe durch den Saal. Die Kleider haben sie alle selbst genäht. Mit Galina Andruskevic aus Heusweiler ist sogar eine professionelle Näherin unter den Tänzerinnen.

Beim Internationalen Frauenfest am Samstag, 15. März, in Walpershofen bleibt zwischen den Tanzformationen Zeit zum Stylen. Da werden Herry Weiland mit Trommelgruppe, das Gesangs-Duo Nostalgie und ein russischer Chor aus Saarlouis mitmachen. Außerdem gibt es russische Spezialitäten. Los geht es um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 15 Euro.

Karten gibt es beim Verein für Aussiedler im Köllertal, Tel. (0 68 98) 6 45 80.

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HintergrundTanztrainerin Olga Amann unterrichtet seit zwei Monaten auch Kinder im Folkloretanz. Derzeit steht Bauchtanz auf dem Programm. Mädchen zwischen zehn und 13 Jahren können noch einsteigen. Das Training findet freitags von 16.30 bis 17.30 Uhr in der Intergrationsstelle für Zugewanderte im Unternehmerzentrum in Püttlingen statt. Der Monatsbeitrag beträgt 20 Euro. Infos bei Olga Amann, Telefon (0 68 98) 85 19 28. hof

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