„SZ-Institution“ geht in Ruhestand

Der stellvertretende Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung, Bernard Bernarding, geht in den Ruhestand. Fast drei Jahrzehnte begleitete er für die SZ vor allem die Landes- und Bundespolitik.

 Sonderzug ins Saarland: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Ministerpräsident Peter Müller unterhalten sich 2007 im 50-Jahre-Saarland-Sonderzug mit Bernard Bernarding. Foto: Becker & Bredel
Sonderzug ins Saarland: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Ministerpräsident Peter Müller unterhalten sich 2007 im 50-Jahre-Saarland-Sonderzug mit Bernard Bernarding. Foto: Becker & Bredel Foto: Becker & Bredel
 Bericht aus Berlin: 2001 führt Bernard Bernarding im Bundeskanzleramt mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder ein großes Interview für die Saarbrücker Zeitung. Foto: Frank Ossenbrink
Bericht aus Berlin: 2001 führt Bernard Bernarding im Bundeskanzleramt mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder ein großes Interview für die Saarbrücker Zeitung. Foto: Frank Ossenbrink Foto: Frank Ossenbrink

Der 1952 in Saarbrücken geborene Bernard Bernarding kam nach einem Volontariat und einer Tätigkeit als Redakteur beim "Niedersächsischen Tageblatt" 1988 zur Saarbrücker Zeitung . Zunächst arbeitete er als Redakteur im Ressort Landespolitik und Landesgeschehen. 1992 ging er für die SZ als bundespolitischer Korrespondent nach Bonn, wurde 1997 Chefkorrespondent und wechselte in dieser Funktion 1999 nach Berlin. Das von ihm schon in Bonn aufgebaute Korrespondentenbüro belieferte rasch auch andere Regionalzeitungen . In Bonn und Berlin galt Bernarding unter Kollegen und in der Politik als besonders gut informiert und meinungsstark.

2005 kam er als stellvertretender Chefredakteur der SZ zurück ins Saarland. Neben der Verantwortung für die Mantelredaktionen der SZ betreute er auch aufwändige Sonderpublikationen wie "50 Jahre Saarland" und die Beilagenreihe "250 Jahre Saarbrücker Zeitung ". Auch die Internet-Seite in der gedruckten SZ geht auf ihn zurück. Auf seinen Wunsch hin hat ihm das Unternehmen eine Altersteilzeitregelung ermöglicht, deren Freizeitphase jetzt beginnt.

"Bernarding hat für die SZ Akzente gesetzt. Als Autor habe ich ihn auch persönlich sehr geschätzt", sagt der Vorsitzende der SZ-Geschäftsführung, Joachim Meinhold. "Als Blattmacher hatte er immer ein ausgezeichnetes Gespür für Themen und deren Umsetzung. Mit profilierten Leitartikeln, Kommentaren und Analysen war er Blatt prägend", sagt SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst.

Wirken und Engagement von Bernarding wurde auch von zahlreichen Landes- und Bundespolitikern gewürdigt. "Bernard Bernarding ist für mich eine SZ-Institution mit ganz besonderen Eigenschaften: Seine Kommentare sind oft unerwartet, meist unbequem, aber immer unbestechlich", sagt die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ). "Er hat die politische Berichterstattung der SZ geprägt. Sein Stil: Zuspitzend in der Bewertung, aber nie verletzend. Deutlich in der Aussage, aber nie unsachlich. Kritisch in der Analyse, aber nie unfair", so Bundesjustizminister und SPD-Landeschef Heiko Maas .

"Eine journalistische Institution geht in Ruhestand ", sagt auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Simone Peter . Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi , gibt Bernard Bernarding zudem noch einen ganz persönlichen Rat mit auf den Weg: "Bitte lernen Sie das Alter zu genießen."