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Swing-Fans erobern Quattropole-Städte

So ausgelassen tanzten Swingfans beim ersten Swing-Treffen im Deutsch-Französischen Garten (DFG) vor der Konzertmuschel am Lesepavillon einen Lindy Hop und hatten sichtlich Spaß dabei. Die Aufnahme entstand am 29. Mai des vergangenen Jahres. Archivfoto: Oliver Dietze
So ausgelassen tanzten Swingfans beim ersten Swing-Treffen im Deutsch-Französischen Garten (DFG) vor der Konzertmuschel am Lesepavillon einen Lindy Hop und hatten sichtlich Spaß dabei. Die Aufnahme entstand am 29. Mai des vergangenen Jahres. Archivfoto: Oliver Dietze
Saarbrücken. An diesem Samstag plant die „Swing-Exchange“ einen Flashmob am Markt und eine Party im VHS-Zentrum Silvia Busse

Das Swingtanzen im Stil der 30er Jahre erlebt seit einigen Jahren nicht nur in der Landeshauptstadt eine neue Blüte. Auch in den benachbarten Quattropole-Städten Trier, Luxemburg und Metz schwingt eine stetig wachsende Szene das Bein in den typischen Swingtanzstilen Lindy Hop, Charleston, Jazz und Blues. Die gemeinsame Leidenschaft hat die Swing-Fans jetzt zum zweiten Mal dazu beflügelt, zusammen einen "Quattropole-Swing-Exchange" auszurichten. An zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden treffen sich dabei je 250 Teilnehmer zum gemeinsamen Tanzen und zum Austausch in allen vier Quattropole-Städten.


Waren am vorigen Wochenende Trier und Luxemburg an der Reihe, so will die Szene an diesem Wochenende Metz und Saarbrücken ins Tanzfieber versetzen. Das Programm, das rund um die Uhr etwas biete, sei in allen Städten ähnlich strukturiert, erzählt Nik Taffner, der als Mitglied von Lindy Hop Saarbrücken zu den Mitveranstaltern gehört. Höhepunkt sei die abendliche Swingtanz-Party, bei der Live-Swing-Bands aus Deutschland und Europa aufspielen, sagt Taffner.

In Saarbrücken steigt die Party an diesem Samstag ab 21 Uhr im VHS-Zentrum und steht auch nicht-angemeldeten Swingtanzlustigen offen. Ab 20 Uhr können Anfänger noch vorab an einem Schnupperkurs teilnehmen. Um 19.30 Uhr wollen die Quattropole-Tänzer die Passanten am St. Johanner Markt noch mit einem Flashmob überraschen.



Bei dem Treffen gehe es aber auch darum, den Gästen und Freunden die jeweilige Stadt und ihre Besonderheiten näherzubringen und sie an interessante Orte zu führen, sagt Taffner. Das Besondere von Saarbrücken, haben sich die hiesigen Lindy Hopper überlegt, sei die Mischung aus Natur und Industrie. Am Sonntag wollen sie ihre Quattropole-Nachbarn daher zum Brunchen ans Silo am Osthafen führen. Auf der "Geisterbrücke" über der Saar werden sie nachmittags eine eigene "Quattropole-Choreographie" einstudieren.

Auch eine Stadtführung mit Tanzeinlagen ist geplant. Wenn in Saarbrücken alles so gut läuft wie zuvor in den anderen Städten, ist sich Taffner sicher, wird das Treffen einen voller Erfolg. "Wir merken, wie durch die Zusammenarbeit mit den Swing-Gruppen in den anderen Städten die Idee des Quattropole-Verbundes mit Leben erfüllt wird", zeigt sich Taffner begeistert. "Dadurch, dass wir das zu viert machen, hat der Exchange eine enorme Vielfalt", fügt er hinzu. Alle vier Organisationsteams gingen mit unglaublichem Engagement zu Werke.

"Das zeigt sich auch an so kleinen Details, dass da auf einmal Kuchen bereitstehen", nennt Taffner ein Beispiel. Und da die Tänzer auch die Tänzer aus den anderen Städten bei sich beherbergten, entstünden ganz persönliche Kontakte. "Das Ganze ist aber auch nur möglich, weil wir ein vereintes Europa haben", meint er nachdenklich. "Es ist gar nicht auszudenken, wenn wir erst ein Visum beantragen müssten, um mal eben nach Metz zum Tanzen zu fahren."

Beim Tanzen denken die Swing-Freunde eben nicht nur ans Tanzen. "Bei uns", so Taffner, "lebt der europäische Gedanke." Am 11. bis 13. August treffen sie sich dann wieder: Beim Velo Swing Festival im Saarbrücker Schloss.

www.quattropole-swing.com