Studie untersucht: Wie gesund sind Menschen in unserer Region?

Saarbrücken · Ein Team von Wissenschaftlern wird 10 000 Menschen aus dem Regionalverband und dem Saarpfalz-Kreis durchchecken. Sie wollen herausfinden, wie gesund wir im Vergleich zum Rest der Republik sind und wie Volkskrankheiten entstehen.

Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen - die Zahl der Betroffenen nimmt in Deutschland stetig zu. Deshalb ist es wichtig herauszufinden, wie diese Krankheiten entstehen, wie sie frühzeitig erkannt werden und ob die Menschen sich davor schützen können.

Am Wochenende veranstaltete das Team der "Nationalen Kohorte" (Nako) in ihrem Studienzentrum in der Viktoriastraße in Saarbrücken einen Tag der offenen Tür. Bei der Nako handelt es sich um die größte bundesweite Bevölkerungsstudie zu Gesundheit und Volkskrankheiten . Das Motto lautet: "Gemeinsam forschen wir für eine gesündere Zukunft". In 18 Vertretungen untersuchen die Nako-Mitarbeiter in den nächsten vier Jahren insgesamt 200 000 Menschen. Das Studienzentrum in Saarbrücken ist der einzige Nako-Standort im Saarland. Hier werden 10 000 Leute aus dem Regionalverband Saarbrücken und dem Saarpfalz-Kreis untersucht. Alle Teilnehmer der Studie sind zwischen 20 und 69 Jahre alt.

Christa Stegmaier ist die wissenschaftliche Leiterin vor Ort: "Die verschiedenen Altersgruppen werden prozentual zu ihrem Anteil in der Bevölkerung durch Zufallsstichproben des Einwohnermeldeamts ausgewählt. Die Untersuchungen dauern relativ lange. Deshalb beschränken wir uns auf Leute aus dem Regionalverband und dem Saarpfalz-Kreis. Denn diese haben zumindest keine längeren Fahrzeiten zum Studienzentrum." Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Das Ziel ist es, den Gesundheitszustand der Saarländer mit dem Rest der Republik zu vergleichen. Die Untersuchungen sind sehr umfassend: Neben Blutdruck und Lungenfunktion messen die Mitarbeiter auch das Bauchfett, testen die körperliche Leistungsfähigkeit und entnehmen Blut- und Urinproben, die dann im Labor untersucht werden. Außerdem gibt es unter anderem einen Seh-, Hör- und Riechtest. Das gesamte Programm dauert je nach Testperson drei bis fünf Stunden. Lange Wartezeiten gibt es nicht.

Thomas Edinger, Leiter des Studienzentrums, sagt: "Vier Stunden beim Hausarzt sind eine sehr lange Zeit. Aber hier hat man wirklich vier Stunden Programm und muss nicht lange rumsitzen." Ist an den Werten eines Teilnehmers etwas auffällig, dann raten die Nako-Mitarbeiter zu einem Besuch beim Hausarzt. Eine Diagnose stellen sie aber nicht.

Zur Qualitätssicherung beobachten die Initiatoren der Studie sowie Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts die Nako-Vertretungen. Bei einem Vergleich landete der saarländische Standort mit 97 von 100 möglichen Punkten auf dem zweiten Platz.

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