Streit zwischen Saar-AfD und Bundesvorstand eskaliert

AfD-Landeschef Josef Dörr hat gestern dem Bundesvorstand vorgeworfen, ihn zum Rücktritt und Parteiaustritt habe nötigen zu wollen. Zwei Abgesandte seien bei ihm zu Hause mit einer vorgefertigten Erklärung erschienen.

. Kurz vor dem Bundesparteitag der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) an diesem Wochenende in Stuttgart hat sich der Streit zwischen Saar-AfD-Spitze und dem Bundesvorstand erneut zugespitzt. Landeschef Josef Dörr erklärte gestern vor Journalisten im Saarbrücker Restaurant "Istanbul", dass ihn zwei "Emissäre" des Bundesvorstands am 29. Dezember 2015 in seinem Haus in Quierschied aufgesucht hätten. Die beiden hätten ein vorgefertigtes Schreiben dabei gehabt, dessen Inhalt gewesen sei, dass er mit sofortiger Wirkung von seinem Vorsitz zurücktreten und die Partei verlassen werde. Es gehe auch darum, "Ungemach von mir und meiner Familie fernzuhalten", hätten die beiden Männer ihm bedeutet. Im "Vergleichsvorschlag", den der Saar-Landesvorstand der AfD dem Bundesvorstand im schwelenden Streit um die Absetzung des Landesvorstands und die Auflösung der Saar-AfD am 24. April unterbreitet habe, stehe: "Es wird kein Strafantrag gegen die Verantwortlichen der Nötigung zur Unterschrift von Josef Dörr in seinem Wohnhaus (29.12.15) gestellt (Rücktritt von allen Ämtern und Austritt aus der Partei)". Zudem hätten er und sein Vize Lutz Hecker dem Bundesvorstand angeboten, im Frühjahr 2017 nicht als Spitzenkandidaten der AfD bei den Landtagswahlen anzutreten, sagte Dörr. Er habe angeboten, im Frühjahr 2017 nicht mehr für den Landesvorsitz zu kandidieren. Zu dem Vorschlag der Saar-AfD zählt auch, dass "kein Strafantrag gegen die Beteiligten am Verleumdungsfeldzug gegen Josef Dörr, Lutz Hecker und andere sowie den Landesverband Saarland gestellt" werde. Es solle keine öffentliche Aufarbeitung der Hintergründe geben, heißt es im "Vergleichsvorschlag".

"Darauf haben wir bisher keine Antwort erhalten", sagte Hecker. Er hoffe dennoch auf eine friedliche Einigung mit der Bundesvorsitzenden Frauke Petry. Auf dem Bundesparteitag will man mit 50 Saarländern Flagge zeigen. "Wir wehrhafte Saarländer lassen uns das nicht bieten", sagte Dörr.