Streik für mehr Personal in Saarlands Kliniken wird wahrscheinlicher

Streik für mehr Personal in Saarlands Kliniken wird wahrscheinlicher

Die Gewerkschaft Verdi will die Krankenhäuser im Saarland in den nächsten Wochen zu Verhandlungen über einen „Tarifvertrag Entlastung“ auffordern. Sollte es nicht zu Gesprächen kommen, könnte es im Dezember Streiks geben.

Der Kampf der Gewerkschaft Verdi für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in den saarländischen Krankenhäusern geht in eine neue, möglicherweise entscheidende Phase. Vertreter aus den Kliniken wählten am Samstag in Kirkel eine Tarifkommission, die bis Oktober die Arbeitgeber zu Verhandlungen über einen landesweiten, für alle Träger gültigen Tarifvertrag auffordern soll.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem Mindestbesetzungen für Normal- und Intensivstationen sowie für OP-Säle. Mitarbeiter sollen nachts zudem nicht allein auf einer Station sein. Verdi-Sekretär Michael Quetting sagte, die Gewerkschaft bestehe nicht auf einem Tarifvertrag. Wenn die Verbesserungen auf anderem Wege erzielt würden, sei dies ebenfalls in Ordnung.

Denn auch Quetting weiß, dass die einzelnen Krankenhäuser überhaupt keine Tarifverträge abschließen können - sie sind nicht tariffähig. Deshalb betrete Verdi gerade "Neuland", sagt Quetting. Sollten die Krankenhäuser mit Verweis auf ihre fehlende Tariffähigkeit jedoch gar nicht erst in Verhandlungen eintreten, werde die Gewerkschaft eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern einleiten - mit dem möglichen Ergebnis, dass dann gestreikt wird. Diese Streiks sind laut Quetting im Dezember und Januar möglich. Dieses Szenario sei seit dem Wochenende wahrscheinlicher geworden, sagte Quetting. Er stellte aber klar: "Wir wollen verhandeln." Denn die Erschöpfung der Krankenschwestern und -pfleger sei mittlerweile so groß, dass diese eine Lösung wollten.

Aus Sicht der Krankenhaus-Leitungen können die einzelnen Einrichtungen die Personalnot nicht selbst bekämpfen. Dazu müsse der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für eine auskömmliche Betriebskostenfinanzierung verbessern und dadurch Spielräume für die Einstellung neuer Pflegekräfte schaffen.

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