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Prozess
Strafprozess: Nachbar soll schlafende Studentin beinahe getötet haben

Akten liegen auf einem Tisch in einem Verhandlungssaal im Landgericht in Saarbrücken.
Akten liegen auf einem Tisch in einem Verhandlungssaal im Landgericht in Saarbrücken. FOTO: bub / BECKER&BREDEL
Saarbrücken. Ein 39-Jähriger aus dem Saarland steht seit Mittwoch (11.10.2017) vor dem Saarbrücker Landgericht. Der Vorwurf: versuchter Mord. Von Wolfgang Ihl
Wolfgang Ihl

Saarbrücken. Wegen Verdachts des versuchten Mordes muss sich seit gestern ein 39 Jahre alter Saarländer vor dem Landgericht verantworten. Der Angeklagte soll Ende April dieses Jahres in seiner Wohnung eine 19 Jahre alte Studentin aus der Nachbarschaft im Schlaf angriffen, ihr die Luft weggedrückt und sie so fast umgebracht haben. Erst als die junge Frau sich tot stellte, habe er von ihr abgelassen.



Der 39-Jährige äußert sich vor Gericht bislang nicht zu den erhobenen Vorwürfen. Er wurde am ersten Prozesstag durch die Aussage der jungen Frau schwer belastet. Sie erzählte davon, wie sie an jenem Tag zu Hause Besuch von einer Facebook-Bekanntschaft bekommen habe. Dieser Mann sei aus ihrer Sicht aber zu schnell zu zudringlich geworden, woraufhin sie per Handy den besagten Nachbarn zu Hilfe gerufen habe. Der 39-Jährige sei auch gekommen. Gemeinsam seien sie in eine Disko und schließlich zu ihm nach Hause. Dort seien sich beide etwas näher gekommen. Aber als er wünschte, dass sie sich seine Handschellen anziehen sollte, habe sie nicht mehr mitgemacht.

Irgendwann sei sie auf dem Sofa eingeschlafen, so die junge Frau weiter. Dort habe der Mann sie plötzlich von hinten gepackt, ihr Mund und Nase zugehalten und ihren Hals gepackt. Mit einer völlig veränderten Stimme, so als ob er völlig neben sich stehe, habe er geflüstert: „Alles wird gut.“ Und: „In 20 Sekunden bist Du bewusstlos und in 40 Sekunden bist Du tot.“ Sie habe sich gewehrt, vergebens. Er habe gesagt: „Ich habe alles unter Kontrolle.“ Daraufhin habe sie bewusst aufgehört zu atmen und sich nicht mehr bewegt. Der Mann habe seine Griffe gelockert und aufgehört. Beide seien aufgestanden und er habe ihr eine Zigarette angeboten. „Als ob er mich für das bezahlen wollte, was er gerade getan hat.“ Sie sei nach Hause gegangen und habe Bekannte angerufen. Die kamen sofort und riefen die Polizei. Der Prozess wird fortgesetzt.