Stoff- und Stabwechsel

„Stoffwechsel“ lautete das Motto des Jahreskonzertes des Musikvereins Cäcilia Bietzen in Menningen. Neben der Musik stand vor allem Josef Gottdang im Mittelpunkt, der den Dirigentenstab weitergab.

Voll auf ihre Kosten kamen am Samstagabend die Besucher des Jahreskonzertes des Musikvereins Cäcilia Bietzen unter dem Motto "Stoffwechsel". Ob dies richtig oder ein Schreibfehler war, sollten sie später erfahren. Bei der Begrüßung in dem bis auf den letzten Platz besetzten Menninger Bürgerhaus meinte die Vorsitzende Therese Schmitt: "Es ist jetzt schon das zweite Mal, dass wir mit unserem Konzert hier in Menningen sind. Daran sieht man, der Bietzerberg hält halt zusammen." Als Gäste hieß sie Ortsvorsteherin Rosi Gruhn (Menningen) und Ortsvorsteher Manfred Klein (Bietzen) willkommen, bevor sie das Wort an Gemeindereferent Christian Schöneberger als Moderator weitergab. Er bezeichnete das Vorspiel des Jugendorchesters Bietzen-Merchingen unter Leitung von Bernd Mollemeyer als "Eisbrecher".

Die Jugend sei die Grundlage des Vereins. Von den Jugendlichen seien Zeit und Durchhaltevermögen gefordert. So leite Evi Kremer eine Blockflötengruppe als ersten Schritt für den Einstieg beim Musikverein, der ständig neue interessierte Kinder, Jugendliche und natürlich auch Erwachsene sucht, die bereit sind, ein Instrument zu erlernen. Werbung hierfür erfolge durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Mollemeyers derzeit 19 Schützlinge bewiesen mit drei Stücken und einer Zugabe ihr unter seinen Fittichen erworbenes musikalisches Können. Nach deren erfolgreichen Auftritt nahmen die 30 Musikerinnen und Musiker des Hauptorchesters unter Leitung von Josef Gottdang auf der Bühne Platz und eröffneten den Hauptteil mit der Festival-Music.

Und dann passierte das, was die Konzertbesucher im Laufe des Abends erfahren sollten, denn neben dem "Stoffwechsel", der sich mit den gelungenen, modernen, von der Firma Grün Design aus Merzig maßgeschneiderten neuen Uniformen, in bordeauxroter Farbe, ein schönes Erscheinungsbild machte, gab es auch einen fliegenden offiziellen"Stabwechsel" von Josef Gottdang an Simone Littera (siehe Infos).

"Wir begrüßen ganz herzlich unseren neuen Dirigenten Littera. Und was auch passiert, unser Josef steht noch weiter mit auf der Bühne. Wer dachte, er verschwinde von dieser, kennt ihn nicht. Er hat Jung und Alt mit Musik zusammengebracht und lebt mit, in und für diese. Das ist Josef Gottdang", sagte Moderator Schöneberger. Er wolle ihn nicht heilig sprechen, aber dieser sage immer zu sich wie einst Papst Johannes XXIII. "Nimm dich nicht so wichtig". Lobende Worte für den scheidenden Dirigenten, der 2008 übergangsweise diese Funktion übernommen hatte, gab es auch von der ersten Vorsitzenden Schmitt. "Wir verabschieden uns nicht von dir, denn du bleibst ja weiter in unserem Verein, den du sehr nach vorne gebracht hast", bescheinigte sie ihm und überreichte als kleines, aber feines Erinnerungsgeschenk eine Medaille aus Silber mit Dirigentenmotiven. Gottdank zeigte sich erfreut über die Ehrung, begab sich auf einen Stuhl im Orchester und griff zum Saxophon.

"So ist er halt, jetzt geht er Musik machen", rief ihm Schöneberger nach. Dann ging es unter Stabführung von Simone Littera mit einer bunten Melodienpalette weiter. Dabei bewies der schnittige Italiener, dass er wie angekündigt, ein echter Vollblutmusiker ist. Dem Wunsch nach Zugaben wurde gerne entsprochen.

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Zur PersonJosef Gottdang: Der 71-jährige Rentner aus Merzig ist seit 60 Jahren Musiker. Seit über 30 Jahren war er in verschiedenen Musikvereinen als Dirigent tätig.Simone Littera: Der 33-jährige Italiener aus Saarbrücken hat Oboe studiert und komponiert unter anderem auch Filmmusik. Er leitet bereits den Musikverein Saarhölzbach und lernte durch diesen auch den Musikverein Cäcilia Bietzen kennen, der ihn nun ebenfalls zu seinem Dirigenten machte. nb

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