Steinschlag in der Cecilienstraße

Saarbrücken. Die Passanten rätselten schon am Donnerstag, was denn in der Cecilienstraße los sei. Polizeibeamte schauten in die Luft, kurz danach fotografieren sie Steine auf dem Asphalt und legten ein Metermaß aus, um Spuren zu dokumentieren. Dann kam die Feuerwehr, die Drehleiter wurde ausgefahren und kurz danach wieder eingeklappt

Saarbrücken. Die Passanten rätselten schon am Donnerstag, was denn in der Cecilienstraße los sei. Polizeibeamte schauten in die Luft, kurz danach fotografieren sie Steine auf dem Asphalt und legten ein Metermaß aus, um Spuren zu dokumentieren. Dann kam die Feuerwehr, die Drehleiter wurde ausgefahren und kurz danach wieder eingeklappt. Es qualmte nicht, niemand rief um Hilfe und trotzdem wurde die Straße gesperrt und das dauerhaft. Auch gestern noch.Wirtin Therese Graus erzählt: "Am Nachmittag fielen auf einmal Steine von einem Dach und zerplatzten in der Fahrbahnmitte." Weder Fußgänger noch Autos seien getroffen worden, trotzdem sei die Polizei gerufen worden. Die Anwohner hatten Angst, dass weitere Steine herabfallen könnten. Die Polizei sperrte Gehweg und Straße, die Berufsfeuerwehr begutachtete das Dach des Hauses.

Die untere Bauaufsichtsbehörde verlangte schließlich, dass der Hauseigentümer durch einen Statiker und einen Handwerksbetrieb nachschauen lässt, ob weitere Teile abstürzen können, und sperrte so lange Gehweg und Straße weiterhin. Gestern kam Hausverwalter Reiner Schonk von der Saarbrücker IMOBA an den Ort des Geschehens und hatte Dachdecker mitgebracht, die sich sogleich an die Arbeit machten. Sie entdeckten nach Aussage Schonks am Dachfirst lose Mörtelteile und begannen sofort mit Sicherungsmaßnahmen. "Danach wird aber auch mit der Reparatur begonnen. Wie lange das dauern wird und wann die Straße wieder freigegeben werden kann, entscheidet die Bauaufsicht", sagte Schonk.

Wirtin Graus genießt unterdessen die Ruhe in der kleinen Straße. "Ich wohne über meiner Gaststätte und habe nachts merklich mehr Ruhe, wenn kein Durchgangsverkehr ist", sagt sie. Dem Umsatz in der Gaststätte schadet es auch nicht, denn viele Gäste seien eigens gekommen, um sich den "Tatort" anzusehen. Dabei sieht man an Ort und Stelle gar nichts. Einige lose Mörtelbrocken liegen zwar noch in der Straßenrinne, zeigen sich aber nur auf den zweiten Blick. Ansonsten sieht man nur das rot-weiße Flatterband mit der Aufschrift "Polizeiabsperrung".

Kritisch wurde es am Freitag, als ein Falschparker zudem die Straße am Rathausplatz blockierte. Da leitete die Polizei für kurze Zeit den Verkehr aus dem Nauwieser Viertel ab, um das Chaos nicht zu groß werden zu lassen, wie ein Beamter es nannte. Die Sperrung der Cecilienstraße ließ sich ansonsten mühelos umfahren.