Staudamm soll Hochwassergefahr mindern

Um die Hochwassergefahr auf der Rußhütte zu mindern, baut die Stadt für rund 209 000 Euro einen Damm, der nach starkem Regen den Fischbach in seiner Aue stauen soll – damit nicht mehr Wasser den Bach hinabfließt, als er fassen kann.

Innerhalb von Minuten bescherte der Fischbach im Sommer 2009 seinen Nachbarn auf der Rußhütte ein Hochwasser, das ihnen noch immer in schmerzlicher Erinnerung ist. Deshalb baut Saarbrücken jetzt für rund 209 000 Euro bei der alten Fernmeldemeisterei an der Landstraße L 127 ein Wehr. Das soll nach starkem Regen den Fischbach in seiner Aue stauen, weil es maximal nur so viel Wasser durchlässt, wie im Fischbach abfließen kann, ohne dass er über seine Ufer tritt.

Allerdings erklärte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz bereits im Juni 2013 beim Spatenstich für dieses Projekt, dass dieser Damm alleine nicht ausreichen werde, um die Rußhütte zu schützen, wenn es wieder ein Hochwasser wie 2009 gebe. Dazu seien bachaufwärts noch weitere Maßnahmen nötig - und die würden auch schon geplant.

Gestern erhielt Britz im Rathaus St. Johann aber erst einmal einen Zuschussbescheid über 146 000 Euro von der saarländischen Umweltministerin Anke Rehlinger. Das Geld stammt aus dem Programm "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" der Europäischen Union.

"Hochwasservorsorge und -schutz sind eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern, Kommunen und den betroffenen Bürgern", sagte Rehlinger: "An dieses Thema darf man nicht punktuell herangehen, sondern muss großräumig denken." Und deshalb solle auch am Netzbachweiher - also ein Stück oberhalb des neuen Damms - eine weitere Fläche entstehen, auf der im Notfall Hochwasser gestaut werden könne, ein sogenannter Retentionsraum.

Landschaftsplaner Jean Mas erläuterte den Damm an der Fernmeldemeisterei: "Dort können wir zukünftig 68 000 Kubikmeter Wasser zwei Stunden lang zurückhalten."

Und Britz hielt fest: "Mit diesem Rückhaltebecken können wir das Hochwasser-Risiko in der Umgebung deutlich minimieren. Wir stehen in Städten heute vor dem Problem, dass Retentionsflächen sehr knapp sind, aus diesem Grund haben wir in unserem Stadtentwicklungskonzept das Ziel formuliert, unverbaute Talräume zu erhalten und wo möglich natürliche Retentionsflächen wiederherzustellen." Als Beispiel nannte sie die Renaturierung des Sulzbachs. "Freut mich sehr, dass den Menschen am Fischbach jetzt geholfen wird", sagte Bezirksratsmitglied Günter Feneis (FDP) bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides.

Die Bauarbeiten werden im Frühjahr beginnen und sollen rund ein halbes Jahr dauern. Britz kündigte an, dass es an der Baustelle nicht immer gleich schnell vorangehen werde. Landschaftsplaner Jean Mas erläuterte: "Dort werden viele Beton-Fertigelemente verbaut, die müssen zunächst gegossen werden, dafür geht es hinterher umso schneller."

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