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Städtefest mit Klamauk und Kunst

Saarbrücken. Es roch nach Flammkuchen aus Metz, schmeckte wie Wein von den Reben aus der Nähe von Trier, klang nach Musik aus Luxemburg und lockte am Samstag die Bürger ins Herz Saarbrückens, nämlich auf den St. Johanner Markt und in seine Nebengassen. Das Quattropole-Fest zog weit über zehntausend Besucher in die Landeshauptstadt Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Saarbrücken. Es roch nach Flammkuchen aus Metz, schmeckte wie Wein von den Reben aus der Nähe von Trier, klang nach Musik aus Luxemburg und lockte am Samstag die Bürger ins Herz Saarbrückens, nämlich auf den St. Johanner Markt und in seine Nebengassen. Das Quattropole-Fest zog weit über zehntausend Besucher in die Landeshauptstadt.


Die meistgestellte Frage allerdings war: Was bedeutet denn eigentlich Quattropole? "Im Jahr 2000 haben die vier europäischen Städte Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier begonnen, im IT-Bereich einen Erfahrungsaustausch einzugehen und zusammenzuarbeiten", erinnerte sich Jürgen Backes vom Trierer Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an die Anfänge. "Mittlerweile ist das Städtenetz eine grenzüberschreitende Plattform, auf der ein Stück Europa ohne Grenzen ge- und erlebt werden soll."

Nur gemeinsam erfolgreich



Verschiedene gemeinsame Projekte stellten die vier Städte am Samstag vor. Herausragende Bedeutung hat dabei sicherlich die Zusammenarbeit beim Tourismus. "Nur gemeinsam kann man mit überregionalem Marketing erfolgreich sein. Nur so kann es gelingen, die Großregion als touristische Destination fest zu verankern", sagte Robert Mertes. Er hatte die Fete vom Saarbrücker Rathaus aus mitorganisiert.

Daneben konnten die Saarbrücker und Gäste von außerhalb während eines Spaziergangs zum Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Artilleriekaserne in St. Arnual einiges über ökologisches und innovatives Bauen erfahren.

Ein weiterer Rundgang ließ die Visionen der Stadtmitte am Fluss greifbar erscheinen. Auch die Stadtentwicklungspläne der Partnerstädte wurden gezeigt. In einer Ausstellung, die in den kommenden zwei Wochen in der Saarbrücker Karstadt-Filiale zu sehen ist, können sich die Besucher über die Leitprojekte Luxemburg-Central, Centre Pompidou in Metz und Neuer Petrisberg in Trier informieren.

Dass die Städte in einem Konkurrenzkampf um Industrieansiedlungen, Kultur- und Sportveranstaltungen stehen, wies Luxemburgs Bürgermeister Paul Helminger zurück: "Besonders im Bereich Kultur treffen sich die Verantwortlichen häufig und stimmen Termine für Konzerte oder Inhalte von Ausstellungen miteinander ab." Wie vielfältig Kunst, Kultur und Kulinarisches in der Region mit über 16 Millionen Einwohnern sind, zeigten Kunsthandwerker und Köche an über 100 Ständen und ein fast zwölfstündiges Musikprogramm auf der Hauptbühne. Auch viele Saarbrücker Wirte und Einzelhändler hatten am Samstag bei herrlichem Frühlingswetter ihr Angebot auf das Fest abgestimmt.

Gelebtes Europa

"Ich freue mich, dass so viele Mitbürger dieses besondere Fest mitgefeiert haben", sagte Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. "Es ist nicht nur positiv, dass sich die Menschen für Quattropole-Themen interessiert haben. Auch die Saarbrücker Geschäfte konnten vom Fest profitieren." Als Gastgeber des Quattropole-Festes im kommenden Jahr betonte der Metzer Oberbürgermeister Dominique Gros den einmaligen grenzüberschreitenden Charakter des Tages: "Für mich ist unsere Zusammenarbeit ein Stück gelebtes Europa, das echten Mehrwert für die Bürger bietet."