Stadtverwaltung plant Saarbrückens Zukunft

Die Stadt Saarbrücken arbeitet gerade an einem Plan, wie der Straßenverkehr und die Mobilität der Saarbrücker bis 2030 aussehen sollen. Dazu will sie die Meinungen und Ideen der Bürger miteinbeziehen.

Die Verkehrsentwicklung einer Stadt gehört zu den großen strategischen Entscheidungen, die eine Verwaltung treffen muss. Denn sie prägt maßgeblich, wie Saarbrücken sich in Zukunft nicht nur darstellt, sondern hier entscheiden sich auch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Stadt. Wird es mehr Parkplätze geben, oder werden Autos eher aus der Stadt verbannt, damit Radfahrer, Fußgänger, Anwohner und Geschäfte mehr Platz im öffentlichen Raum bekommen? Und wie kommen die Menschen dann von A nach B?

Saarbrücken gehört zu den Städten mit der höchsten Autodichte der Republik. 2014 kamen hier auf 1000 Einwohner 642 Autos. 114 907 Autos waren in Saarbrücken gemeldet, bei 179 010 Einwohnern. Und täglich kommen 120 000 Berufs- und Ausbildungspendler aus der Region nach Saarbrücken . Viele von ihnen mit dem Auto.

Der neue sogenannte Verkehrsentwicklungsplan (VEP) soll die Stadtentwicklung bis 2030 organisieren. Die Saarbrücker Stadtplaner sagen, er sei nötig, weil sich die Ansprüche an Verkehr und Lebensqualität ständig verändern. Neue technische, soziale und gesetzliche Entwicklungen - wie Elektroautos und -fahrräder, Carsharing oder Umwelt-Grenzwerte - ermöglichten und erfordern eine Änderung des Verkehrsverhaltens, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Die Voraussetzungen für so einen Verkehrsentwicklungsplan sind in jeder Stadt anders. Das Verkehrsverhalten ist an die jeweilige Umgebung, die vorhandene Infrastruktur, die Größe der Stadt, die durchschnittlich zurückgelegten Wege und vieles mehr angepasst. Die Planungsbüro Planersocietät (Dortmund) und Gertz, Gutsche Rümenapp (Hamburg) haben 2010 in Saarbrücken rund 10 000 Menschen befragt und herausgefunden, dass rund 56 Prozent der täglichen Wege die Saarbrücker mit dem Auto oder Kraftrad zurücklegen. Der Radverkehrsanteil ist mit vier Prozent sehr gering.

Dies widerspreche, so Stadtsprecher Thomas Blug, den aktuellen Trends der Mobilitätsentwicklung und den heutigen Planungszielen für eine lebenswerte und attraktive, einladende Stadt. Fast ein Viertel der Wege gehen die Saarbrücker zu Fuß. Auf nur rund 17 Prozent der Wege nutzen die Saarbrücker Bus und Bahn.

Zum Thema:

Auf einen BlickSo können Saarbrücker sich beim Verkehrsentwicklungsplan einbringen und sich informieren:Bürgerforum: Die Stadt lädt zu Informationsveranstaltungen, sogenannten Bürgerforen, ein. Das erste Bürgerforum findet am Samstag, 21. März, 11 Uhr, im VHS-Zentrum am Schloss statt. Wer dort mitmachen möchte, kann sich bis Freitag, 6. März, auf der Internetseite auf www.vep.saarbruecken.de anmelden.Internetseite: Eine weitere Möglichkeit, sich zu beteiligen, ist unter www.vep.saarbruecken.de . Dort stellt die Stadt im Laufe der Entstehung des VEP immer wieder Inhalte ein, die Interessierte dann dort direkt kommentieren können.Rundgänge: Um den Planungsprozess für Bürger auch erlebbar zu machen, organisiert die Stadt Planungsradtouren und -spaziergänge. Diese Veranstaltungen werden in enger Kooperation mit dem ADFC und dem Verein "Geographie ohne Grenzen" organisiert. Sie soll es ab Ende April geben. fab