Stadtrat soll den Markt retten

St. Johann. "Der St. Johanner Markt mit seinen Boutiquen, Kneipen, Bistros und Restaurants ist das Herzstück des Saarbrücker Lebens", schwärmt die Saarbrücker Stadtverwaltung auf ihrer Internet-Seite. Und sie strengt sich an, damit dieses Nebeneinander von Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen langfristig in einem harmonischen Gleichgewicht bleibt

St. Johann. "Der St. Johanner Markt mit seinen Boutiquen, Kneipen, Bistros und Restaurants ist das Herzstück des Saarbrücker Lebens", schwärmt die Saarbrücker Stadtverwaltung auf ihrer Internet-Seite. Und sie strengt sich an, damit dieses Nebeneinander von Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen langfristig in einem harmonischen Gleichgewicht bleibt.

So wird der Stadtrat auf Anregung des Stadtplanungsamtes mit großer Wahrscheinlichkeit am 19. März eine weitere sogenannte Veränderungssperre für den Markt beschließen. Diese Sperre ist ein provisorisches Mittel im Vorgriff auf einen noch aufzustellenden Bebauungsplan, mit dem die städtebaulichen Ziele gesichert werden können. Konkret geht es kurzfristig darum, die Umwandlung eines Ladenlokals an der Ecke Bleichstraße/Schillerplatz in eine Spielhalle sowie die Herstellung eines Parkplatzes auf der Fläche des evangelischen Gemeindezentrums zu verhindern.

Die Aufstellung des endgültigen Bebauungsplanes für das Gebiet zwischen Gerberstraße (Norden), Bleichstraße (Osten), Schillerplatz (Süden) und Fürstenstraße/Bahnhofstraße (Westen) hat sich in den letzten Monaten verzögert. Die Verwaltung hat das Verfahren nämlich gestoppt, um in Gesprächen mit dem Einzelhandelsverband, dem Hotel- und Gaststättenverband sowie mit der Industrie- und Handelskammer eine Gesamtstrategie für die Zukunft des Marktes zu erörtern. In einer Vorlage an den zu informierenden Bezirksrat Mitte heißt es, "aktuelle Entwicklungen im Immobilienbereich" machten dieses Vorgehen sinnvoll.

Auf Anfrage unserer Zeitung konkretisierte Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer, dass Eigentümer-Wechsel stattgefunden hätten, was zu Unsicherheiten geführt habe. Es sei aber so, dass es "eine Reihe von positiven Signalen" gebe, sprich: dass das gewünschte Gleichgewicht zu halten sei. Nach Information unserer Zeitung sollen ein bis zwei Investoren das Wohnen in oberen Etagen ins Auge fasst haben. Wie bereits im Nauwieser Viertel sei man bestrebt, alle Akteure in Gespräche einzubinden, so Wandel-Hoefer. Erstens lehre die Erfahrung, dass diese Beteiligung bei der Formulierung der Ziele zu mehr wünschenswertem Engagement führe.

Die Betroffenen hätten nicht das Gefühl, Gegenstand von Reglementierung zu sein. Zweitens seien die Möglichkeiten der Verwaltung für eine Stabilisierung der Kräfte beschränkter als vielfach angenommen werde.

Bezirksbürgermeisterin Christa Piper (SPD) zeigte sich gegenüber unserer Zeitung nicht ganz glücklich damit, dass tendenziell Gastronomen durch exklusiven Einzelhandel ersetzt würden und sich dadurch das Flair verändere.

"Die Wirte haben es schwer, ihre Miete zu erwirtschaften, auch wegen der Nichtrauchergesetzgebung. Man kann zwar durch Baurecht ihre Ansiedlung verbieten, sie aber nicht ansiedeln", verdeutlichte sie die latente Gefahr einer Schieflage. Es sei dringlich, eine gemeinsame Strategie zu finden und den Bebauungsplan zügig zu verabschieden.