Stadtrat für Ganztagsschule im Bezirk West

Die Grundschule Füllengarten will die erste verpflichtende Ganztagsgrundschule im Bezirk West werden. Dann ist das Nachmittagsangebot nicht mehr freiwillig. Wer das nicht will, kann sein Kind auf die Grundschule Weyersberg schicken.

Die Grundschule Füllengarten in Burbach soll zur ersten Ganztagsgrundschule im Saarbrücker Westen mit verpflichtendem Freizeitangebot und Unterricht bis in den Nachmittag ausgebaut werden. Das hat der Stadtrat einstimmig entschieden. Bisher ist das Nachmittagsangebot freiwillig.

Eltern, die ihr Kind nicht an einer "echten" Ganztagsschule anmelden wollen, können auf die Grundschule Weyersberg ausweichen, sagt Dezernent Erik Schrader (FDP). Dort gebe es nicht nur ein Ganztagsangebot, Kinder könnten auch nach dem Unterricht direkt nach Hause gehen. Nach den Beschlüssen der Schulkonferenz und des Stadtrats müsse das Bildungsministerium den Umbau zur Ganztagsschule Füllengarten aber noch genehmigen.

In der vergangenen Woche verhandelte Schrader nach eigenen Angaben bereits mit dem Bildungsministerium. Das habe "großes Interesse" an den Plänen der Stadtverwaltung gezeigt. Wird sich das Land denn auch an den Investitionskosten von rund 2,1 Millionen Euro beteiligen? Das stehe noch nicht fest, sagt Schrader. Er hofft darauf, denn die Verwaltung habe ja bereits hohe Summen in die Grundschulen Rußhütte, St. Arnual und Dellengarten gesteckt. Dort habe sich das Land nicht an den Investitionskosten beteiligt. Schrader betont, dass die Themen "familienfreundliche Stadt" und "Bildung" wichtig für Saarbrücken sind. Deshalb appelliert er an das Ministerium, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Weigere sich das Land, werde die Stadt das Geld trotzdem investieren, erklärt Schrader. Er hoffe, dass die Kommunalaufsicht dafür einen Sonderkredit genehmigt. Das Land und der Regionalverband beteiligten sich aber an den Personalkosten für die Sozialpädagogen und Erzieher. Schrader schätzt sie auf 300 000 bis 340 000 Euro, der Anteil der Stadt liege bei höchstens 150 000 Euro. Was wird aus den Mitarbeitern der gabb, der Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach mbH, die zurzeit die Grundschüler nachmittags betreuen? Schrader erklärt, eine Übernahme sei möglich. Das hänge aber von der Ausbildung ab, sie müssten mindestens Erzieher sein. Darüber werde er mit der gabb in dieser Woche reden, erklärt Schrader. Für ihn ist der Ausbau der Füllengartenschule sehr wichtig. Sie liege in der Mitte des Bezirks West, teilweise gebe es soziale Probleme im Viertel. 1,5 bis 2 Jahre sollen die Arbeiten dauern, ein Anbau ist geplant. Denn zurzeit sei der Platz für die Nachmittagsbetreuung sehr klein. Frühestens zum Schuljahr 2014/15 könnten die ersten Ganztagsschulklassen starten, erklärt Schrader. Die Verwaltung werde prüfen, ob sie den dann leer stehenden evangelischen Kindergarten in der Nachbarschaft als Übergangslösung nutzen könne. Sonst starte die Ganztagsschule zum Schuljahr 2015/2016 zunächst mit den Erstklässlern, während die anderen Schüler noch in die Freiwillige Ganztagsschule gehen. Jedes weitere Jahr sollen dann mehr Schüler das "echte" Ganztagsangebot nutzen. Langfristig soll die Füllengartenschule nach einer Prognose des Landes zweizügig in jeder Klassenstufe sein.

Vier "echte" Ganztagsschulen gibt es bereits an den Standorten Brebach, Rastpfuhl, Kirchberg in Malstatt und Dellengarten in Alt-Saarbrücken. Die Nachfrage der Eltern dort sei groß, sagt Schrader. Ob die Grundschule Scheidt dazukommt, sei noch offen. Dort stehe wegen Platzproblemen noch nicht fest, wie der Ausbau umgesetzt werden könnte.