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Stadt streicht zwei Bolzplätze

Junge Kicker spielen auf dem Kunststoff-Platz an der Grülingstraße. Die Anlage gibt es seit 2011. Foto: Oliver Dietze
Junge Kicker spielen auf dem Kunststoff-Platz an der Grülingstraße. Die Anlage gibt es seit 2011. Foto: Oliver Dietze FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Die Bolzplätze auf der Folsterhöhe und an der Industriestraße Bübingen müssen wegen Sparmaßnahmen weichen. Dennoch gibt Saarbrücken in diesem Jahr 360 000 Euro für den Bau und die Erneuerung von Plätzen aus. Von SZ-Redaktionsmitglied Patricia Müller

Weil die Stadt sparen muss, müssen zwei Bolzplätze dran glauben. Von den 71 städtischen Bolzplätzen in Saarbrücken geht es dem Gelände auf der Folsterhöhe und dem in der Industriestraße in Bübingen an den Kragen. Wenn die Stadt von der Bolzplatz-Schließung spricht, heißt das konkret: Sie macht einfach nichts mehr daran. Kein Rasenmäher wird mehr über den Platz auf der Folsterhöhe tuckern, und kein Netz wird mehr geflickt. "Wir reduzieren den Unterhaltungsaufwand", sagt Stadtsprecher Robert Mertes. Defekte Teile würden entfernt.

Grund für die Schließung der beiden Bolzplätze ist das Gutachten der Wirtschaftsberater Rödl & Partner, wonach Saarbrücken im Vergleich zu anderen Städten zu viele Spiel- und Bolzplätze hat.

Knapp 300 000 Euro sollen an dieser Stelle daher eingespart werden. Von den Bolzplätzen könne die Stadt nur zwei streichen, "da es insgesamt weniger Bolzplätze als Kinderspielplätze in Saarbrücken gibt und Orte für Jugendliche ohnehin rar sind". So steht es in der Verwaltungsvorlage des Baudezernats. Mit dem Verzicht auf die beiden Bolzplätze spare die Stadt 12 000 Euro inklusive Personalkosten.

Als Kriterium für die Schließungen zog die Stadt die Anzahl der Jugendlichen, vor allem die der Jungs, im Umkreis von 500 Metern um einen Bolzplatz heran. Sie gibt an: In Bübingen gibt es 71 männliche Jugendliche pro Bolzplatz. Auf dem Eschberg oder in Burbach liegt diese Zahl jedoch noch darunter. Dort wird aber kein Platz geschlossen. Der Bolzplatz in der Industriestraße in Bübingen werde schon lange nicht mehr genutzt, erklärt Mertes. Das bedeutete das Aus für den 2500 Quadratmeter großen Rasenplatz, der nun zur Grünfläche werden soll. Als Ausweichmöglichkeit gibt die Stadt den Hartplatz Auf den Ellern an. Auf der Folsterhöhe können die Jugendlichen das Multifunktionsfeld am Jugendzentrum nutzen.

Trotz all des Sparens gibt die Stadt auch Geld aus: 85 000 Euro habe sie im vorigen Jahr in den Bolzplatz Petrusstraße in Dudweiler investiert. Dort gab es einen Brascheplatz und einen neuen Ballfangzaun. Auch an der Grundschule Dellengarten legte das Sportamt einen neuen Platz an. Er hat einen Kunststoffbelag.

Dieses Jahr gebe die Stadt rund 360 000 Euro aus, um Bolzplätze zu erneuern, sagt Mertes. Die Grundschule St. Arnual bekam bereits ein neues Feld mit Kunststoffbelag. An der Grundschule Eschberg erneuert die Verwaltung Belag und Zaun. Restarbeiten gibt es noch auf dem Bolzplatz Moltkestraße, für den es ebenso einen neuen Kunststoffbelag und einen Zaun gab. Für die genannten Plätze erhalte die Stadt einen Zuschuss vom Land, sagt Mertes.

In Brebach-Fechingen hat die Stadt an der Nachtweide einen Brascheplatz hergerichtet. Robert Mertes: "Außerdem haben wir die Größe des Platzes an die Maße eines Bolzplatzes angepasst. Er hatte zuvor eine Überlänge und wurde nun auf ein Seitenverhältnis 3:2 verkürzt." Er berichtet auch, dass die Stadt auf der Rußhütte einen neuen Platz mit Braschebelag plant. In Malstatt gibt es bereits elf Plätze. Im 500-Meter-Radius um diese Plätze leben im Durchschnitt 88 junge Männer.