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Stadt Saarbrücken will 112-Notrufe weiter selbst entgegennehmen

Stadt Saarbrücken will 112-Notrufe weiter selbst entgegennehmen

Alle Notrufe über die Nummer 112 sollen in der Leitstelle auf dem Winterberg landen – das ist die Idee der Landkreise. Doch die Saarbrücker Berufsfeuerwehr will ihre Zuständigkeit für den Regionalverband vorerst nicht abgeben.

Nach den gescheiterten Verhandlungen über eine gemeinsame Notruf-Leitstelle ist vorerst kein Ende des Konfliktes zwischen der Stadt Saarbrücken und den Landkreisen in Sicht. Jetzt geht es um die Frage, wer die 112-Notrufe aus dem Regionalverband Saarbrücken entgegennimmt: die städtische Berufsfeuerwehr oder die Leitstelle auf dem Winterberg, die vom Rettungs-Zweckverband der Landkreise betrieben wird. Die Stadt Saarbrücken will die 112 vorerst nicht auf den Winterberg umschalten.

Ab dem 1. Januar 2015 nimmt die Leitstelle auf dem Winterberg die 112-Notrufe aus sämtlichen Landkreisen entgegen - mit Ausnahme des Regionalverbandes Saarbrücken , für den die Berufsfeuerwehr zuständig ist. Der Rettungs-Zweckverband will, dass auch diese Anrufe in seiner Leitstelle angenommen werden, und hat die Stadt um ihr Einverständnis gebeten. Er will die 112 ab 2015 als einheitliche Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr bewerben. Eine einheitliche Abfrage der 112 auf dem Winterberg war auch für die inzwischen gescheiterte Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst vorgesehen - die Berufsfeuerwehr sollte im Gegenzug für die Alarmierung aller Feuerwehren im Saarland zuständig sein.

Nachdem die Verhandlungen über eine gemeinsame Leitstelle geplatzt sind, wird es erst einmal nicht zu einer landesweit einheitlichen Annahme der 112 kommen. Berufsfeuerwehr-Leiter Josef Schun begründete dies mit den Erfahrungen mit dem Zweckverband in den Verhandlungen. Erst müsse es "ganz klare Vereinbarungen", etwa zur Verantwortlichkeit bei Großschadensereignissen mit einer großen Zahl von Notrufen, geben. Schun fürchtet, dass eine Übernahme der Notrufe aus dem Regionalverband durch den Winterberg der erste Schritt sein könnte, mit dem der Zweckverband auch die Alarmierung der Feuerwehren im Regionalverband an sich ziehen könnte. Alle andere Feuerwehren werden ab 2015 vom Winterberg aus alarmiert.