Stadt Saarbrücken auf Wohnungssuche

Die städtischen Wohnungen sind bald alle belegt. Saarbrücken bereitet sich jetzt darauf vor, eine Schule als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen und private Gebäude, darunter auch ehemalige Hotels, zu mieten.

Einst war sie eine städtische Grundschule, dann einige Jahre Domizil der privaten weiterführenden Montessori-Schule, jetzt sollen Flüchtlinge in das Gebäude am Geisberg in Schafbrücke einziehen. Bürgermeister Ralf Latz (SPD ) sagt, das geschehe "für den Übergang" und schließt nicht aus, dass das Schulgebäude danach wieder Schule wird. Denn: Die Flüchtlinge bringen Kinder mit oder holen sie nach; und die müssen unterrichtet werden. Die Schülerzahl in Saarbrücken wird an etlichen Schulen steigen.

Doch zunächst heißt es für die Saarbrücker Stadtverwaltung Wohnraum zu beschaffen. 700 Flüchtlinge hat die Stadt bisher aufgenommen, 400 leben in städtischen Wohnungen . Für rund 100 Menschen ist dort noch Platz. Bis zum Ende des Jahres rechne man mit einer Quote von 100 Flüchtlingen pro Monat, sagt Ralf Latz . Sein Ziel: "die Menschen würdevoll unterbringen". Die Strategie der Stadt generell: Die Menschen dezentral unterbringen.

So schaut sich die Verwaltung in der Innenstadt und in den Stadtteilen nach Wohnungen um - und wird fündig. Im Bereich Halberg könnten zwei frühere Hotels gemietet werden, in Brebach gebe es eine private Immobilie, in der Innenstadt zwei größere Komplexe, die als Flüchtlingsunterkünfte in Frage kämen. Wenn die Stadt sich entschieden hat, meldet sie Zuschussbedarf beim Innenministerium an. Die Hälfte der Kosten für den Umbau der Immobilien übernimmt das Innenministerium, zudem gibt es Belegungszusagen für zehn Jahre. Nach diesem Modell hat die Landeshauptstadt auch etliche Wohnungen renoviert, die sich im Besitz der städtischen Siedlungsgesellschaft befinden, auf dem Wackenberg, dem Eschberg oder auf der Folsterhöhe.

Flüchtlinge will die Stadt Saarbrücken bevorzugt dort unterbringen, wo es "Unterstützerorganisationen" im Umfeld gibt. Oder wie Veronika Kabis (Büro für Zuwanderung und Integration) es formuliert, wo es "starke Schultern im Stadtviertel" gibt.

Zudem setzt die Stadt auf Information. Mit öffentlichen Veranstaltungen will sie die Saarbrücker auf den weiteren Zuzug von Flüchtlingen vorbereiten. Am 20. Oktober wird es zudem einen ersten Runden Tisch "Flüchtlinge " geben; dort will die Stadtverwaltung mit allen Akteuren der Integrationsarbeit sprechen.

Möglicherweise wird die zweite Landesaufnahmestelle die Stadt Saarbrücken vor zusätzliche Herausforderungen stellen. Auf die Nachricht, dass eine solche Stelle auf dem ehemaligen Grubengelände bei Dudweiler eingerichtet werden soll, war man in Saarbrücken nicht vorbereitet. "Das hat uns alle massiv überrascht". Die Aufnahmestelle läge zwar auf Sulzbacher Bann, sagt Saarbrückens Bürgermeister, man gehe jedoch davon aus, dass die Flüchtlinge , die dort untergebracht würden, sich nach Dudweiler, also nach Saarbrücken , orientierten. Latz spricht das, nach der ersten Überraschung, recht gelassen aus. Ohnehin ist er der Meinung, dass es in jedem saarländischen Landkreise eine Aufnahmestelle geben müsse.