„Stadt muss sich auf Stärken konzentrieren“

Wird es 2014 noch mal einen Halbmarathon in Saarbrücken geben? Die Verwaltung wolle kommerzielle Privatveranstaltungen nicht mehr subventionieren, betont Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. Die Kritik des Halbmarathon-Veranstalters Ralf Niedermeier an der Verwaltung weist diese zurück.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) hat ihre Forderung erneuert, dass sich die saarländischen Städte auf ihre Stärken konzentrieren sollten und diese vom Land entsprechend gefördert werden. "Es muss nicht jede Stadt alles können. Saarbrücken hat also nicht das Ziel, zu einer weiteren Marathon-Stadt zu werden", erklärt Britz auf Anfrage der SZ. Denn St. Wendel habe bereits einen guten Ruf als Sportstadt.

Ist sie also dafür, den Halbmarathon aus dem Veranstaltungskalender Saarbrückens zu streichen? Denn das Interesse der Saarbrücker, sich den Lauf am vergangenen Sonntag anzuschauen, war gering (die SZ berichtete). Britz: "Es geht mir nicht darum, Veranstaltern Konzepte vorzuschreiben oder etwas zu streichen. Ich habe lediglich betont, dass es sinnvoll ist, die Stärken der Städte herauszuarbeiten." Saarbrücken sei zum Beispiel stark bei Kulturveranstaltungen. Bei der Kulturförderung lege die Stadt einen Schwerpunkt auf nicht-kommerzielle Projekte. Dazu kommen Großveranstaltungen wie das Ophüls-Filmfestival. "Unser Ziel ist zudem, Großveranstaltungen weiterzuentwickeln, was uns gelingt", betont die Oberbürgermeisterin und nennt hier das Altstadtfest. Die Stadt sei durchaus offen für weitere Großveranstaltungen. Britz: "Wir sehen es aber nicht als unsere Verpflichtung an, kommerzielle Veranstaltungen von Privatunternehmen zu subventionieren."

Stadtpressesprecher Thomas Blug wies zudem die Kritik zurück, die der Veranstalter des "Gourmet-Halbmarathons", Ralf Niedermeier, in der SZ geäußert hatte. Niedermeier hatte sich beklagt, die Verwaltung habe ihm 25 000 Euro für Straßenabsperrungen und Genehmigungen in Rechnung gestellt. Nach Angaben Blugs habe die Stadt Niedermeier nur 250 Euro für die Kontrolle der Absperrungen berechnet. Blug: "Der Veranstalter hat die Absperrmaßnahmen selbst an eine Privatfirma vergeben. Die Kosten sind uns nicht bekannt." 2011 und 2012 habe die Verwaltung die Kosten in Höhe von 25 000 Euro dem Veranstalter nicht berechnet. Blug: "Im Dezember 2012 hat die Verwaltungsspitze beschlossen, der Agentur die Veranstaltung 2013 nicht mehr zu bezuschussen." Das habe die Verwaltung dem Veranstalter mit Hinweis auf die prekäre Haushaltslage mitgeteilt.

Blug verteidigte auch die Strategie der Verwaltung, am Samstag den Bauernmarkt nicht zugunsten des Gourmet-Markts im Rahmen des Halbmarathons zu verlegen. Die Händler des Bauernmarkts benötigten Planungssicherheit und hätten an Ausweichtagen wie zum Beispiel beim Altstadtfest hohe Umsatzeinbußen. Der Gourmet-Markt habe trotzdem an zentraler Stelle auf dem St. Johanner Markt einen Platz gefunden, sagte Blug: "Eine Bühne stand direkt neben dem Brunnen. Warum sich der Bauernmarkt negativ auf die Veranstaltung ausgewirkt haben soll, erschließt sich uns nicht."

Mehr von Saarbrücker Zeitung