Stadt kämpft gegen Müll am Staden

Rücksicht auf andere nehmen und die Stadt sauber halten – das scheint nicht jedermanns Sache zu sein. Deshalb hat der städtische Ordnungsdienst in diesem Jahr bereits 483 Bußgeldbescheide an Menschen verteilt, die die Stadt zumüllen.

So sah es jüngst am Staden am Wochenende aus. Dort, wo Grill-asche reingehört, lagen verbotene Einweggrills. Foto: Kai Wilke. Foto: Kai Wilke

Manchmal können Saarbrücker über Saarbrücker nur den Kopf schütteln. Als er am vergangenen Wochenende am Staden war, sei er entsetzt gewesen, sagt einer, der dort Saarbrücken gerne von seiner schönsten Seite genießt. Auf dem von der Stadt für Menschen, die gerne grillen, bereitgestellten Aschecontainer stapelten sich Einweggrills. Die sind am Staden verboten, weil sie unmittelbar auf dem Boden aufliegen und die Grasnarbe dadurch beschädigen.

Ob Unwissen oder Ignoranz: "Da brauchen sich Bürger hinterher auch nicht zu wundern, wenn das Privileg des Grillens auf ausgewiesenen Flächen irgendwann wieder entzogen wird", sagt einer der Griller, der es schade fände, wenn wegen solcher Verstöße gar nicht mehr gegrillt werden dürfte.

Soweit wird es erst mal nicht kommen, versicherte Stadtpressesprecher Thomas Blug auf SZ-Anfrage. Die Sache mit dem Grillen sei zwar "zunächst als Versuch angelegt, um herauszufinden, ob es gelingt, das wilde Grillen einzudämmen", sagt er. Aber auch wenn sich nicht alle an die Regeln halten: "Insgesamt hat das bisher ganz gut geklappt", sagt Thomas Blug.

Dennoch wird die Stadt ihren Kommunalen Ordnungsdienst in den kommenden Wochen öfter zum Staden schicken. Wer dort mit einem Einweggrill erwischt wird oder dabei, wie er Müll einfach liegen lässt, müsse mit einem Bußgeld von 30 Euro rechnen, kündigt Blug an.

Der Ordnungsdienst wird allerdings nicht nur direkt an der Saar unterwegs sein. Die ganze Innenstadt soll in den kommenden Wochen verstärkt kontrolliert werden, sagt Blug und erklärt: "Wir stellen fest, dass das Müllaufkommen in allen öffentlichen Parkanlagen zu- und die Bereitschaft, Rücksicht zu nehmen, abnimmt."

Rücksicht nehmen heiße, mit Blick auf eine Grünanlage, die allen Saarbrückern gehört, keine Einweggrills zu verwenden. Rücksicht zu nehmen heiße aber auch, seinen Müll zu entsorgen. Blug räumt ein, dass das nicht immer so einfach sei, wie sich die Stadtverwaltung es sich wünscht. Gerade an Wochenenden und Feiertagen, an denen besonders viel los ist am Staden, seien Mülleimer dort auch schon mal überfüllt.

Das heiße aber nicht, dass man seinen Müll einfach auf der Wiese liegen lassen oder ihn neben den vollen Müllbehälter stellen darf, betont Blug. Wenn mal kein Abfalleimer zur Verfügung steht, "dann nimmt man seinen Müll eben mit nach Hause oder bringt ihn zum nächsten Mülleimer, in dem noch Platz ist", sagt Thomas Blug. Das könne nicht zu viel verlangt sein, denn die Menschen, die am Staden und in anderen Grünanlagen feiern, bringen die Sachen ja auch alle hin - da sollte es kein Problem sein, sie auch wieder mitzunehmen - im Sinne aller Menschen, die am Staden Erholung suchen.

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