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Staatsanwalt fordert mehr als vier Jahre Haft im Stiefmutter-Prozess

Saarbrücken. Im Prozess gegen eine 43-jährige Hausfrau wegen jahrelanger Misshandlung ihrer 19-jährigen Stieftochter sind gestern vor dem Saarbrücker Landgericht die Plädoyers gehalten worden. Laut Oberstaatsanwalt hat der Prozess von dem jahrelangen Martyrium des Mädchens nur "die Spitze des Eisberges zu Tage gebracht. Es gehe um Straftaten der übelsten Sorte

Saarbrücken. Im Prozess gegen eine 43-jährige Hausfrau wegen jahrelanger Misshandlung ihrer 19-jährigen Stieftochter sind gestern vor dem Saarbrücker Landgericht die Plädoyers gehalten worden. Laut Oberstaatsanwalt hat der Prozess von dem jahrelangen Martyrium des Mädchens nur "die Spitze des Eisberges zu Tage gebracht. Es gehe um Straftaten der übelsten Sorte. Eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten sei angemessen. Auch das Jugendamt habe versagt. Auf Hinweise der Schule und der Stadt Wadern habe man reagiert, doch die Besuche vorher angekündigt und so eine intakte Familienidylle vorgefunden. Die Verteidigung hielt die Vorwürfe für nicht erwiesen. Die Mandantin streitet die Taten ab. Der leibliche Vater und dessen Mutter stehen auf ihrer Seite. Sollte das Gericht zu einer anderen Überzeugung kommen, seien die Vorwürfe nur erklärbar, wenn die Angeklagte an einer seelischen Krankheit leide. Das Gericht beauftrage Professor Wolfgang Retz von der Uni Homburg mit einem Gutachten. Er soll auch die Frage der zwangsweisen Unterbringung in einer Psychiatrie klären. jht